Aachen: Politik besiegelt das Aus für den Saunabetrieb in der Osthalle

Aachen : Politik besiegelt das Aus für den Saunabetrieb in der Osthalle

Er hat gekämpft wie der sprichwörtliche Löwe, doch Lothar Miekley vom Adalbertsteinweg hat den Kampf verloren. Das bedeutet das Aus für den Saunabetrieb in der Schwimmhalle Ost. Das arme Ostviertel ist um eine Annehmlichkeit ärmer.

Die Stadt hat die Schwimmhalle Ost nahe der Kirche St. Josef seit 1995 an die Aachener Bad & Sport verpachtet. Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH ist der Stadtsportbund. Der führt das Hallenbad eigenverantwortlich mit der Zweckbestimmung „einer Nutzung durch die Öffentlichkeit, Schulen und Vereine“.

Im Jahr 2000 eröffnete Bad & Sport eine Sauna. Die ist klein und schlicht. Die Stadt stimmte zu, will sich aber „in keiner Weise an den Kosten für die Einrichtung sowie für den Betrieb beteiligen“. Das macht sie in keinem ihrer Schwimmbäder. Ende vergangenen Jahres machte der Stadtsportbund die Sauna „aus wirtschaftlichen Gründen“ dicht.

Das rief Sauna-Nutzer Lothar Miekley auf den Plan. Schon in einer Fragestunde des Stadtrats plädierte er, die Stadt möge dem Stadtsportbund empfehlen, die Schließung zurückzunehmen. Jetzt wandte sich Herr Miekley an das Bürgerforum. Er betonte das „wertvolle Freizeitangebot“ fürs Ostviertel „in gesellschaftlicher, sozialer und integrativer Hinsicht“. Bürger aus dem Ostviertel, dem Frankenberger Viertel, Freund und Forst würden die Sauna nutzen. Die Stadt möge ihren Betrieb finanziell unterstützen.

Dem Bürgerforum lagen keinerlei belastbare Daten zum Saunabetrieb vor. Die Verwaltung teilte lediglich mit, aus ihrer Sicht sei die Darlegung der Bad & Sport „nachvollziehbar“.

Unterschwelliges, die Sauna sei zu wenig genutzt worden, konterte Fürsprecher Miekley: „Für die Wirtschaftlichkeit muss man auch etwas tun. Mich sprechen jetzt viele Leute an und sagen: Wir wussten ja gar nicht, dass in der Osthalle eine Sauna existiert.“ Miekley wies auf die Carolus-Thermen hin.

„Die Schwimmhalle Ost und auch die Sauna sind für das Ostviertel wichtig“, erklärte Michael Bredohl von den Linken. Weshalb die Linke es gerne sähe, das Thema an den Sportausschuss weiterzuleiten, „damit sich der Stadtsportbund auch dort einmal äußert“. Soll heißen: Zahlen öffentlich auf den Tisch.

„Verbrennen von Geld“

Das sah auch Achim Ferrari von den Grünen so. Er könne verstehen, dass die Nutzer der Sauna nachtrauerten, könne aber auch den Betreiber verstehen, denn „wenn keiner kommt, ist der Betrieb nur Verbrennen von Geld“. Die Stadt könne die Sauna nicht betreiben, weil dies rechtlich nicht zu ihren Aufgaben gehöre. Der Stadtsportbund möge prüfen, ob der Sauna-Betrieb „vielleicht auf zwei, drei Tage begrenzt“ werden könne oder ob es andere Möglichkeiten der Förderung gebe.

Ferraris Antrag, das Bürgerbegehren an den Sportausschuss zu verweisen, wurde von der schwarz-roten Mehrheit jedoch abgelehnt. Zwar konnte auch Manfred Bausch (SPD) das Bürgeranliegen „gut verstehen“, doch es in den Sportausschuss zu verschieben „bringt ja nichts und macht keinen Sinn“. Bei der Abwägung aller städtischen Aufgaben könne die Stadt „nicht noch neue Verpflichtungen eingehen“. Bausch sah „keine Chance, einen Sauna-Betrieb in der Schwimmhalle Ost irgendwie zu unterstützen“.

Zwar legte die Verwaltung keine Zahlen zu den Angaben des Stadtsportbundes vor, machte aber deutlich: „Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bereits die Kosten für den Energieverbrauch in der Schwimmhalle Ost seit 2009 durch die Stadt übernommen wurden und damit der städtische Haushalt pro Jahr durchschnittlich mit rund 238.000 Euro belastet wird und dass im Rahmen der letzten Verhandlungen aktuell eine Erhöhung des städtischen Zuschusses für den Schwimmbadbetrieb von 130.000 Euro auf 144.500 Euro erfolgt ist, ist eine weitere Aufstockung der städtischen Mittel nicht angezeigt.“

CDU und SPD nahmen „die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis“. Das heißt: Das Bürgerbegehren ist abgelehnt. Hinweis aus der CDU: Sauna-Begeisterte aus dem Ostviertel könnten „in der Stadt eine andere Sauna finden“. Antragsteller Lothar Miekley hatte schon auf die Carolus-Thermen hingewiesen. Die wird von der Stadt immerhin mit rund zwei Millionen Euro jährlich subventioniert.