Aachen: Platzverweis für Seehofer und Söder bei „Pulse of Europe“

Aachen : Platzverweis für Seehofer und Söder bei „Pulse of Europe“

Ein offenes Mikrofon für alle, die etwas zu Europa zu sagen haben, bot „Pulse of Europe“ am Sonntag auf dem Katschhof. Rund 150 Bürger waren gekommen, um allein durch ihre Anwesenheit ein Statement für Europa abzugeben.

Dass es nicht mehr waren, wundert vor allem die, die von Beginn an dabei waren. „Wir hatten schon alles, von 2500 bis 100 Besucher“, sagt Friederike Hofmann. Angesichts der aktuellen Lage hätte es wohl auch den Moderatoren Joachim Sina und Manfred Kutsch gefallen, wenn es voller gewesen wäre.

Und auch wenn alle mit „Fassungslosigkeit und Unglauben“ verfolgen, was Horst Seehofer und Markus Söder derzeit mit Blick auf Europa und die Flüchtlingsfrage vom Zaun brechen, so stehen sie umso überzeugter für ein geeintes Europa ein. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt ergriff das Wort und warnte vor allem davor, den Rechtspopulisten im Bundestag nicht Einhalt zu gebieten. „Ich werde mit meinem ganzen Herzen und allem, was ich kann, für Europa kämpfen“, versprach sie.

Den Anhängern von „Pulse of Europe“ hat das sicher gut gefallen. Vor allem ältere Menschen, die den Zweiten Weltkrieg oder dessen unmittelbaren Folgen noch miterlebt haben, werden nicht müde, sich für ein vereintes Europa auszusprechen. Und dabei gehe es gar nicht so sehr um die wirtschaftlichen Vorteile, wie ein Mann meinte. „Wichtig ist, den Frieden zu bewahren“, sagte er. Und so verteilte man am Sonntag „blaue Karten“ an all die, die gegen die Interessen Europas agieren: Seehofer und Söder waren da die ersten, denen mit der „blauen Karte“ ein Platzverweis erteilt wurde. Der iranische Sänger und Liedermacher Hessam Rassouli sorgte mit seinen Texten für eine Einstimmung.

Und um den Menschen an der Basis ein Sprachrohr zu geben, wurde das „Hausparlament“ vorgestellt. Dabei diskutieren Bürger daheim mit Freunden Themen, die von „Pulse of Europe“ vorgegeben werden, und reichen anschließend die Ergebnisse ein. Sich Gehör verschaffen und deutlich artikulieren, was die Bewegung will: Das ist nach wie vor die Linie von „Pulse of Europe“. Die blauen Fahnen und Luftballons zeigten schon von weitem, wer sich da auf dem Katschhof traf.

Schön wäre nach Meinung der Moderatoren, wenn immer mehr Menschen eine blaue Europafahne aus dem Fenster hängen würden, um ihre Europafreundlichkeit sichtbar zu machen. „Vielleicht nach der WM“, räumten sie ein.

(mas)
Mehr von Aachener Nachrichten