Aachen: Platz im Fahrradhäuschen soll sechs Euro pro Monat kosten

Aachen: Platz im Fahrradhäuschen soll sechs Euro pro Monat kosten

Die Förderanträge sind schon gestellt, in absehbarer Zeit wird Aachen vorerst 13 Fahrradhäuschen bekommen. In einigen Stadtbezirken, etwa Burtscheid oder dem Frankenberger Viertel, stellt die bauliche Struktur ein Hemmnis bei der Nutzung von Fahrrädern oder Pedelecs dar.

„Das Fehlen geeigneter, sicherer Abstellmöglichkeiten für das Zweirad, die ohne den Weg durch schmale Treppenhäuser erreichbar sind, führt dazu, dass ungerne Geld in das umweltschonende und umweltfreundliche Fortbewegungsmittel investiert wird”, hatte es die SPD in ihrem Ratsantrag im September 2011 formuliert und die Verwaltung aufgefordert, diesem Missstand abzuhelfen. Schließlich profitiere die Stadt durch reduzierten Flächenverbrauch und höhere Luftqualität von jedem Menschen, der zum Umsteigen bereit sei.

Die Verwaltung hat rasch reagiert und will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Vorangebracht werden soll durch die Fahrradhäuschen auch die Anschaffung von Pedelecs. „Die Stadt Aachen möchte Modellregion für Elektromobilität in Deutschland bleiben. Dazu sind sichtbare Anstrengungen erforderlich”, heißt es in der Vorlage für den Mobilitätsausschuss, der sich am 2. Februar mit dem Thema beschäftigen wird.

Schließlich habe man sich die Zielmarke gesetzt, bis 2015 auf 10.000 Elektro-Bikes im Stadtgebiet zu kommen. „23 Kilogramm kann man nicht einfach in den Keller oder in den zweiten Stock tragen”, bringt es Verkehrsplaner Dr. Armin Langweg auf den Punkt.

Wie im Keller

Zwar wolle man am Aufstellen von Fahrradboxen in Bahnhofsnähe grundsätzlich festhalten, doch für Straßen in innerstädtischen Quartieren seien diese wegen des hohen Flächenbedarfs ungeeignet. Dafür eigneten sich die Fahrradhäuser, wie es sie in Hamburg und Dortmund schon seit Längerem gebe.

In diesen könnten zwölf hochwertige Räder auf nur sieben Quadratmetern Grundfläche, etwa der Hälfte der Grundfläche eines Pkw, sicher und komfortabel abgestellt werden. Sie werden über einen hydraulischen Mechanismus angehoben und so in eine hängende Position gebracht. Untergestellt werden können ebenso konventionelle Räder wie E-Bikes, für die ein Stromanschluss angeboten wird. Versicherungsrechtlich sind die Häuser einem Fahrradkeller gleichgestellt, so dass sie über die Hausratversicherung auch nachts diebstahlversichert sind.

Die Stellplätze können über Internet und Telefon gebucht werden und werden über eine elektronische Zugangskarte freigegeben. Voraussichtlich im Frühjahr werden Bürger und Unternehmen in den in Frage kommenden Bereichen befragt werden, ob sie Interesse an dem Projekt haben. Ein Stellplatz soll sechs Euro im Monat kosten, Firmen sollen als Sponsoren gewonnen werden. So sollen die laufenden Kosten für die Häuschen gedeckt werden.

Die Stadt Aachen würde nur für die Aufstellung zur Kasse gebeten. Ein Förderantrag über 200.000 Euro ist schon beim Bundesumweltministerium gestellt worden. Das Geld würde für den Bau von 13 Fahrradhäuschen reichen, 50 Prozent kämen dann als Zuschuss vom Bund. In einer späteren Ausbaustufe könnten auch Verleihmöglichkeiten von E-Bikes und Radanhängern hinzukommen.

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