Aachen: Pkw vor Haus des bekannten Linken brennt

Aachen: Pkw vor Haus des bekannten Linken brennt

Der Betroffene selbst geht von einer politischen Attacke und einem Anschlag auf sein Hab und Gut, wenn nicht gar sein Leben aus.

Unstreitig ist, dass in der Nacht zum Montag ein geparktes Auto auf der Freunder Landstraße in Brand gesetzt wurde und das Haus des bekennenden Linken, ehemaligen Gewerkschafters und Brander Ex-Ratsherrn Manfred Engelhardt mit drei Farbbeuteln beworfen wurde.

Der Vorruheständler lag mit seinem Ehefrau im Tiefschlaf, als beide durch die Löschgeräusche der von Passanten alarmierten Feuerwehr geweckt wurden: „Dann haben wir die Bescherung gesehen.” Engelhardt bringt den Anschlag in Zusammenhang mit einem für den 27. August geplanten Konzert im Ellerhof, das unter dem Titel „Rock gegen Rechts - Ein Konzert für Frieden und Freiheit - Gegen Faschismus” stattfinden soll. Merkwürdig sei auch, dass sowohl die Ankündigung des Konzerts als auch ein Bild seiner Person fast zeitgleich auf der Seite der neonazistischen Kameradschaft Aachener Land aufgetaucht sei.

Auch der Brandanschlag auf den geparkten VW Passat habe vermutlich ihm gegolten, habe dieser nämlich fast seine Initialen im Nummernschild: „Bei diesem Anschlag nahmen die Täter billigend in Kauf, dass das Haus hätte Feuer fangen können und wir dadurch an Leib und Leben geschädigt worden wären.” Engelhardt und seine Mannen vom Rolling Stones-Club Aachen/Stolberg überlegen nun, das Konzert in knapp zwei Wochen zumindest zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen: „Wir können die Sicherheit der Menschen nicht gewährleisten.”

Die Aachener Kripo hat am Montag Ermittlungen wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung aufgenommen, sie hat auch den Staatsschutz eingeschaltet. Sie geht davon aus, dass an dem Pkw und dem Haus Nummer 100 ein Sachschaden von mehreren tausend Euro entstanden ist. Allerdings sehen die Ermittler keinen Zusammenhang mit den Autobränden der letzten zwölf Monate. Sprecherin Sandra Schmitz verweist überdies auch auf die unstreitige Tatsache, dass „der Besitzer des Fahrzeugs und der Hauseigentümer zwei verschiedene Personen” seien.

Vorläufiges Ergebnis

Vorläufiges Ergebnis der Ordnungshüter deshalb: „Derzeit gibt es keine Ermittlungserkenntnisse, die eine politisch motivierte Tat aus einer bestimmten Richtung erkennen lassen.”

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