Pius-Gymnasium auf dem Weg zur Unesco-Projektschule

Forschungsaustausch mit Leipzig und Liberec : Projekt Abfälle als Ressourcen

Ein Klimadinner mit der spannenden Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet, die Autoantriebe der Zukunft und natürlich auch der Aachener Dom standen jetzt im Mittelpunkt des „Europäischen Projekts zu Umwelt und Ressourcen" am Bischöflichen Pius-Gymnasium.

Die Schule will Unesco-Projektschule, werden. Das einwöchige Projekt mit den Partnern vom Städtischen Humboldt-Gymnasium Leipzig und dem Šaldy-Gymnázium im tschechischen Liberec war eine erfolgreiche Premiere für Christel Ellerich als neue Unesco-Koordinatorin am Pius-Gymnasium.

Seit 2017 befindet sich die Schule im Prozess als angehende Unesco-Projektschule, hat aktuell den Status als „Interessierte Schule im Netzwerk der Unesco-Projektschulen“. „Der nächste Schritt ist die Ernennung zur ‚Mitarbeitenden Schule im Netzwerk der Unesco-Projektschulen’, der voraussichtlich im Sommer dieses Jahres erfolgen wird“, erklärt Ellerich. Am Ende soll die Schule dann den Titel „ Unesco-Projektschule“ tragen. „Das perfekt zu unserem Leitbild, was christlich verstandene Bildungs- und Erziehungsarbeit und den Frieden in der Welt betrifft“, betont Ellerich.

22 Projektschulen

22 Unesco-Projektschulen und weitere interessierte Schulen in NRW arbeiten derzeit gemeinsam mit 180 Unesco-Projektschulen in Deutschland und rund 7000 Schulen in beinahe allen 191 Mitgliedsstaaten der Unesco. Im Europäischen Schüleraustauschprojekt, in den Gastfamilien und Projekten werden die Leitlinien mit Leben gefüllt.

„In Workshop IV ging es um das Thema „Upcyclen statt recyclen“. Wir haben kreative Ideen zur Wiederverwertung entwickelt, denn Abfälle sind Ressourcen“, erzählt die 15-jährige Nina aus Leipzig. Der gleichaltrige Partnerschüler Peter vom Pius ergänzt: „Ein alter Stuhl, aussortierte Kleidungsstücke und weggeworfene Verpackungen können wieder dem Konsumkreislauf zugeführt werden.“ So entstanden beispielsweise fantasievoll gestaltete neue Vogelhäuser und den kreativen Prozess haben die Schüler auf Plakaten dokumentiert.

Problem Plastikmüll

Das Problem Plastikmüll thematisierten die Teilnehmer von Workshop III „Das kann kein Meer mehr schlucken – Plastikmüll in unseren Ozeanen und Europas Anteil daran“. „Wir haben unter anderem die Flussverläufe gezeichnet und festgestellt, auf welchen Wegen der Plastikmüll in den Ozean gelangt“, erzählt die 16-jährige Johanna aus Leipzig. „Der Plastikteppich im Meer ist ein langfristiges Problem, da er nie ganz verschwindet“, betont der 16-jährige Tomasz aus Liberec.

Auch beim Klimadinner ging es um die Konsumgewohnheiten und die Frage, was die Nahrung mit der Nachhaltigkeit zu tun hat. „Man sollte dem ökologischen Fußabdruck zuliebe sein Essen nachhaltig zusammenstellen, mit wenig Verpackungsmüll aus Plastik und mit Produkten aus regionalem Anbau beziehungsweise Bio“, schildert der 16-jährige Pius-Schüler Kai die Erkenntnisse, die von den Schülern in Erklärvideos, auf Plakaten und sogar anhand von selbst hergestelltem Bioplastik dokumentiert wurden.

Besuch in Brüssel

Ein Besuch im Europäischen Parlament in Brüssel als Austragungsort europäischer Umweltpolitik mit Norbert Weitz, dem Begründer der Europaprojekte am Pius-Gymnasium, bildete einen Höhepunkt im Programm. „Wir waren auch bei der e.Go Mobile AG. Aachen entwickelt sich gerade sehr. Der Automobilbau steht vor großen Veränderungen. Die aus Erdöl hergestellten Kraftstoffe Benzin und Diesel werden in der heutigen Form in Zukunft nicht mehr die Energiequelle erster Wahl sein“, erzählte die 16-jährige Lea aus Leipzig über ihre Eindrücke.

Ein Empfang im Weißen Saal des Aachener Rathauses und natürlich ein Besuch im Aachener Dom mit Informationen zum nachhaltigen Schutz der kältesten Unesco-Welterbestätte in Deutschland durften nicht fehlen, um das Programm eindrucksvoll abzurunden.

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