Aachen: Pinguin-Ticket ist kaum bekannt

Aachen: Pinguin-Ticket ist kaum bekannt

Größere Besuchermassen erwartet der Aachener Tierpark an den letzten schönen Herbsttagen zwar nicht mehr, die Parkplatznot beschäftigt ihn jedoch weiterhin.

„Spätestens im nächsten Frühjahr werden wir die Problematik wieder haben”, prophezeit Tierpark-Chef Wolfram Graf-Rudolf. Und wieder werden dann einige Anwohner erzürnt Stadt und Tierpark Untätigkeit vorwerfen. Doch jetzt kontert die Verwaltung mit einer Untersuchung zum Mobilitätsmanagement am Tierpark.

In seiner Erhebung kommt Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen zu dem Schluss, dass der Tierpark bislang „vorbildlich aktiv” geworden sei, um den Pkw-Verkehr zurückzudrängen. Das Problem: Niemand kann zum Umstieg auf Busse gezwungen werden, und die preisgünstigen Angebote („Pinguin-Ticket”) sind offenbar zu wenig bekannt.

Nun soll das Kombi-Ticket, das Fahrschein und Eintrittskarte in einem ist, vor allem für Familien nochmals verbilligt und besser beworben werden. Auch soll bis zum nächsten Frühjahr die Beschilderung für weitere Parkräume verbessert werden. Und schließlich plant der Tierpark weitere Aktionen, um die Besucher auf alternative Anreisemöglichkeiten aufmerksam zu machen. Unter anderem können dann Elektro-Räder kostenlos während eines Tierpark-Besuchs aufgeladen werden, kündigt Graf-Rudolf an.

Er freut sich über das Lob der Verwaltung zu seinen bisherigen Bemühungen, den Pkw-Verkehr am Drimborner Wäldchen einzudämmen. „Wir nehmen die Anwohner ernst, aber wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft.”

Wirklich problematisch seien ohnehin nur wenige Tage im Jahr. Meist sind es die ersten warmen Tage im Frühling, an denen dann auch deutlich mehr als 2000 Besucher gezählt werden. Je nach Wetter sind das acht bis zwölf Tage im Jahr, an denen Ausnahmezustand im Viertel herrscht.

Immer wieder werden dann Bürgersteige, Bushaltestellen, Rasenflächen und Einfahrten zugeparkt, was dem Tierpark regelrechte Anfeindungen durch einige Nachbarn einbringt. Inzwischen gibt es allerdings auch andere Anwohner, die den Tierpark ausdrücklich in Schutz nehmen. Zuletzt hat die Stadt unter anderem Verkehrskadetten eingesetzt, um das Chaos an besuchsstarken Tagen in geordnete Bahnen zu lenken.

Die immer wieder geforderte Schaffung neuer Parkflächen lehnt die Verwaltung jedoch ab. Weil sie nur so selten gebraucht würden, sei ein Ausbau nicht sinnvoll, lautet Armin Langwegs Fazit. Stattdessen sollten besser auch kurzfristig zusätzliche Busse eingesetzt und auf die nahen Haltestellen aufmerksam gemacht werden.

Derweil verzeichnet Graf-Rudolf eines der besucherstärksten Jahre seit langem in dem 1966 gegründeten Tierpark. Er hofft weiterhin auf Erfolgskurs bleiben zu können - immerhin hängen auch 24 Arbeitsplätze daran.

Dreiviertel der Tierpark-Besucher reisen im Pkw an

In seiner Untersuchung zur Verkehrssituation am Tierpark kommt Armin Langweg unter anderem zu folgenden Ergebnissen: Spitzenbesuchstag war in diesem Jahr der 27. März mit 2608 Tagesgästen.

Die überwiegende Mehrheit der Tierparkbesucher (74 Prozent) reist mit dem Pkw an, nicht mal jeder Zehnte (9 Prozent) nutzt den Bus, der Rest kommt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Taxi.

Die Hälfte der Befragten bewertet die Erreichbarkeit des Tierparks mit Bussen als gut, knapp die Hälfte (40 Prozent) findet die Parksituation schlechter als erwartet. Nur wenige Besucher (26 Prozent) kennen das vergünstigte „Pinguin-Ticket”, das Eintritt und Fahrschein kombiniert.

Tierpark-Besucher sind überwiegend weiblich (65 Prozent) und kommen mit Kindern. Jeder anreisende Pkw ist im Mittel mit 3,6 Personen besetzt.

Die Ergebnisse stellt Langweg in der kommenden Woche im Mobilitätsausschus (Donnerstag, 10. November, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor) und Ende des Monats in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vor.