Aachen: Pilotprojekt „Beruf und Sprache“ schließt mit guter Erfolgsquote ab

Aachen : Pilotprojekt „Beruf und Sprache“ schließt mit guter Erfolgsquote ab

„Sprache vermittelt Teilhabe.“ Bei der Abschlussveranstaltung des Pilotprojekts Beruf und Sprache (BuS) im Bildungszentrum Aachen wurde deutlich, dass in den Worten der anwesenden SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Küppers viel Wahrheit steckt.

Das Förderprogramm von TÜV-Nord-Bildung und TÜV-Nord-College in Kooperation mit dem Jobcenter Aachen hat neun Monate lang 91 arbeitssuchende Migranten auf dem Weg in den Berufseinstieg begleitet. Mit einer Vermittlungsquote von mehr als 60 Prozent zeigte sich das innovative Projekt als überaus erfolgreich.

91 Teilnehmer im Alter zwischen 23 und 55 Jahren aus mehr als 50 Nationen — das war eine Herausforderung für das Team um den Projektverantwortlichen Pierre Madau.

Gabriele Steffens, Bereichsleiterin von TÜV-Nord-Bildung, betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass das Pilotprojekt ein gemeinsamer Lernprozess war, dem alle Beteiligten offen und mutig begegneten.

Der Erfolg gibt ihr Recht. Aus den zwei Projektgruppen konnten bereits vor Abschluss der letzten Projektphase mehr als 50 Arbeitssuchende in sozialversicherungspflichtige Berufe oder Ausbildungen vermittelt werden. „Das Ergebnis, das wir heute hier erleben, ist die Arbeit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen“, erklärte Küppers.

Eine davon ist Gülsen Yilmaz. Die gebürtige Türkin war als Hausfrau und Mutter auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive. Gemeinsam mit Projektteilnehmer Negussie Tekle aus Eritrea hielt sie eine Präsentation über den Projektverlauf. „Am Anfang wollten wir alle nur einen Beruf haben. Wir sollten aber auch einen Plan B haben, und mittlerweile haben einige von uns sogar einen Plan C“, verriet Yilmaz.

Der Weg zum Job verlief für die Teilnehmer in verschiedenen Projektphasen, die aus Sprachkursen, berufspraktischen Angeboten und zuletzt Praktika in regionalen Betrieben bestanden. Begleitet wurden sie von Sozialwissenschaftler Professor Dieter Kaiser und Psychologe Professor Hans-Peter Stenden. Beide erhoben parallel zu BuS wissenschaftliche Daten, die in ähnliche Projekte einfließen sollen.

Darüber hinaus erlangt BuS auch in Anbetracht des aktuellen Fachkräftemangels an Bedeutung. Eva-Maria Küppers, die das Projekt als Landtagsabgeordnete für Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen unterstützt, beschrieb in ihrer Rede, dass ein Willkommenheißen aller Migranten durch die Teilhabe an Sprache und Berufspraxis dem deutschen Arbeitsmarkt langfristig nutze.

Für sie liegt die Stärke besonders in den innovativen Herangehensweise der Projektverantwortlichen: „Es ist kein übliches Projekt, sondern eins, das sich auf Neuland begibt.“

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