Piano-Wettbewerb "MozArte" in der Aachener Musikschule

Piano-Wettbewerb und Festival : Tastenkünstler von morgen und übermorgen

„Ohne Wettbewerb haben junge Leute heute kaum eine Chance“, sagt Prof. Andreas Frölich von der Musikhochschule Aachen. Beim Piano-Wettbewerb MozArte in Aachen bekommen angehende Konzertpianisten eben diese Chance, sich einen Namen zu machen.

Und wer hier gewinnt, hat später vielleicht auch bei einem der ganz großen Wettbewerbe Erfolg. „Das haben wir so durchaus schon erlebt“, sagt Frölich. Er wünscht sich, dass der Wettbewerb, der vom 9. bis 13. September zum 15. Mal stattfindet, die Resonanz erhält, die er verdient. Denn seiner Meinung nach ist Aachen neben all seinen anderen Facetten eben auch eine Stadt der Musik.

Über 30 Pianistinnen und Pianisten aus einer Vielzahl an Ländern treffen sich in Aachen, um bei dem anstehenden Wettbewerb zu zeigen, was sie können. Gleichzeitig sorgt die Verbindung zur bildenden Kunst für einen Festivalcharakter. Die Malerin Nadine Liesse und der Maler und Bildhauer Karl Heinz Schumacher zeigen ihre Arbeiten in diesem Rahmen. Auf der Bühne wird derweil entschieden, wer als beste Pianistin oder bester Pianist mit einem Preisgeld von 3000 Euro geehrt wird. „Die Preisgelder sind vergleichsweise bescheiden“, räumt Georg Feinhals, Lions Club Urbs Regalis, ein. Insgesamt werden 6000 Euro vergeben. Derzeit bemühen sich die Organisatoren, weitere Sponsoren zu finden, um die Preisgelder in Zukunft ein bisschen üppiger gestalten zu können.

Überhaupt scheint die regelmäßige Ausrichtung des Wettbewerbs ein großes Unterfangen. Zunächst fand er in den Niederlanden statt, Frölich holte ihn dann nach Aachen. „An der Musikhochschule haben wir die perfekte Infrastruktur dafür“, sagt er. So finden die ersten Wertungsrunden im Konzertsaal der Hochschule am Theaterplatz statt, das Finale dann aber im Ballsaal des Alten Kurhauses. Was es für die Teilnehmer bedeutet, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, weiß Frölich sehr genau. „Ich habe das früher über Jahre hinweg selbst gemacht“, sagt er und erinnert sich nur allzu gut an den damit verbundenen Stress. Doch wer wichtige Wettbewerbe gewinnt, dem stehen offensichtlich die Türen offen.

Künstlerische Persönlichkeit

„Wir wollen hier eine künstlerische Persönlichkeit sehen“, sagt Frölich mit Blick auf den diesjährigen Aachener Wettbewerb. Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass Preise nicht zwangsläufig immer darüber entscheiden, wer später wirklich ein erfolgreicher Musiker wird. Doch für viele sind sie offensichtlich dennoch wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg. Und auch der Umgang mit Stress und Lampenfieber will gelernt sein.

„Bei solchen Wettbewerben ist der Stress besonders hoch“, meint Frölich. Die Musiker hätten dann das Gefühl, unter ständiger Beobachtung zu stehen und dass jeder kleinste Fehler ihr vorzeitiges Aus einleiten könnte. „So ist das aber nicht“, sagt Frölich, denn gefragt sei nicht so sehr die perfekt einstudierte Darbietung, stattdessen müsse das künstlerische Potential der einzelnen Teilnehmer spürbar werden. Innere Berufung und Besessenheit sind seiner Meinung nach weitere Voraussetzungen, um als Pianist erfolgreich zu werden.

Den Aachener Wettbewerb hält er ebenso wie der Lions Club Urbs Regalis für ein Ereignis, das viel Unterstützung verdient habe. Immerhin seien sogar die Chinesen an der Ausrichtung des Wettbewerbs interessiert, meint Frölich und betont, dass der Aachen auf allen fünf Kontinenten bekannt mache.

www.mozarte-aachen.com

Mehr von Aachener Nachrichten