Aachen: Photonik-Cluster: 13 Millionen Euro für 7000-Quadratmeter-Haus

Aachen : Photonik-Cluster: 13 Millionen Euro für 7000-Quadratmeter-Haus

Der RWTH Aachen Campus gewinnt Strahlkraft. Und das ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen. Denn Licht als Werkzeug (vereinfacht ausgedrückt) steht im Blickfeld des Forschungsclusters Photonik. Am Freitag wurde der Grundstein für das erste Gebäude gelegt. 13 Millionen Euro werden in dieses 7000-Quadratmeter-Haus investiert — vom privaten Investor „ante4c GmbH“.

Der Entwurf hat bereits für viel Aufsehen gesorgt. Er stammt aus der Feder des New Yorker Architekturbüros Kohn Pedersen Fox Associates, die weltweit vor allem mit ihren Hochhäusern Ausrufezeichen setzen. Ausführender Architekt auf dem Aachener Campus ist dabei das Büro Höhler + Partner.

Die dreidimensionale Fertigung mittels Licht, es ist auch von 3D-Druck die Rede, ist ein großer Hoffnungsträger der deutschen Industrie. 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes kommen aus der Produktionstechnik. In den USA sind es beispielsweise nur sieben Prozent. Und so sagt Prof. Reinhart Poprawe: „Dieses Projekt hat nationale Bedeutung.“ Er wird in Zukunft das Cluster leiten, so wie alle Cluster von RWTH-Professoren geleitet werden.

Es ist ein Modell, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Wissenschaftler und Industriepartner werden wie überall auf den Campus-Clustern Hand in Hand an den Herausforderungen der Zukunft forschen. Auch in Sachen Photonik. Mehr als 30 Industriepartner sind immatrikuliert, wie es offiziell heißt. Sie zahlen für dieses Dabeisein. Und die Großen wie BMW oder Siemens mieten auch noch Büroräume an. Deswegen lohnt es sich für private Investoren, die Gebäude zu finanzieren. Ein solches Konzept hat es in Deutschland zuvor so nicht gegeben.

Es sind Momente wie diese, die bei den Campus-Verantwortlichen um Prof. Günther Schuh die Augen leuchten lassen. Am Campus-Boulevard steht in Sichtweite bereits das fertige Cluster Logistik und das fast fertige Cluster Schwerlastantriebe. Demnächst wird der Grundstein für das größte Gebäude, das Cluster Produktionstechnologie, folgen. Und auch am Photonik-Cluster geht es bald schon weiter.

„Campus funktioniert“

Es sei mehr als eine Erweiterung der RWTH. Das hat Oberbürgermeister Marcel Philipp stets betont. „Es ist erkennbar, dass der Campus funktioniert“, sagte er bei der Grundsteinlegung. Und sein Blick ging weiter in Richtung Westbahnhof. Dort ist die ganz große Dynamik des Milliardenprojektes, so wie sie sich nun auf Melaten mit den Neubauten (auch eine Kita ist im Bau) abzeichnet, noch nicht zu erkennen. Doch Campus GmbH und Stadt wollen ihren Weg am Westbahnhof weitergehen. Eines Tages sollen auf den zusammengewachsenen Campus-Arealen rund 10 000 Menschen beschäftigt sein. Dafür sollen rund zwei Milliarden Euro investiert werden.

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