Aachen: Philips Forschungslabor: „Kein einziges vernünftiges Argument”

Aachen: Philips Forschungslabor: „Kein einziges vernünftiges Argument”

„In mehr als vier Monaten haben wir von Arbeitgeberseite kein einziges vernünftiges Argument gehört, weshalb dieses wichtige Forschungslaboratorium geschlossen werden soll.” Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der Aachener IG Metall, fand am Mittwoch wieder einmal klare Worte für den Philips-Konzern.

Der hatte Anfang Oktober vorigen Jahres angekündigt, die Aachener Dependance weitgehend dichtzumachen und den meisten der 230 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in Eindhoven anzubieten. 70 Beschäftigten der kaufmännischen und technischen Infrastruktur droht dagegen die Kündigung, sollten die Vorstellungen der Geschäftsführung durchgesetzt werden.

Der Betriebsrat und der überwiegende Teil der Belegschaft hatte aber von Anfang an erklärt, dass man mit dieser Entscheidung nicht einverstanden ist und Alternativen erarbeiten will. Unverständnis und Wut fanden ihren Niederschlag in mehreren Kundgebungen, am Mittwoch traf man sich in großer Zahl zum vierten Mal an der Ecke Weißhausstraße/Eupener Straße.

Die Arbeitgeberseite im Aufsichtsrat habe signalisiert, dass man sich mit der Entwicklung nicht wohlfühle, habe sogar ein gewisses Bedauern gezeigt, berichtete IG Metaller Beckers weiter, sei letztlich aber der Stimme des Herrn gefolgt.

Doch inzwischen sei er sich einigermaßen sicher, dass es so, wie es sich die Unternehmensleitung vorstelle, nicht kommen werde: „Wir haben noch eine Menge Tee zu trinken.” Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretung sind nämlich im Moment noch dabei, wirtschaftliche Informationen zu sammeln, um auf deren Basis ein Gegenkonzept erarbeiten zu können. Betriebsrätin Angela Hirtz wies die Vorwürfe von Arbeitgeberseite zurück, dass man die Verhandlungen verzögere.

Das Gremium nehme nur seine Rechte aus dem Betriebsverfassungsgesetz in Anspruch und habe ein Beratungsinstitut damit beauftragt, die wirtschaftlichen Daten, die die Schließungsentscheidung rechtfertigen sollen, auf ihre Plausibilität zu prüfen: „Mitte März werden die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber weitergehen.”