Pferd und Ballett zeigt "Das letzte Einhorn"

„Das letzte Einhorn“ hoch zu Ross

Seit mehr als 25 Jahren findet in Aachen, kurz vor Weihnachten, ein Theaterereignis, das klein – als Weihnachtsreiten — angefangen hat und mittlerweile überregional bekannt und beliebt ist: Pferd und Ballett. Mehr als 20 Märchenaufführungen haben der Reitverein Aachen und die Tanzwerkstatt Carla Brettschneider bis heute gemeinsam gestaltet.

Von den frühen Anfängen ohne ausgeklügelte Licht- und Soundtechnik ist heute nur noch wenig zu bemerken, auf professionellem Niveau gehen Reit- und Tanzsport Hand in Hand.

Auch dieses Jahr soll – ganz der Tradition folgend – ein Märchen gespielt werden. Die Wahl fiel auf Peter S. Beagles fantastischen Roman „Das letzte Einhorn“, auf dem auch der bekannte 1982 erschienene gleichnamige Film beruht. Premiere feiert das Stück am Samstag, 1. Dezember, um 17.30 Uhr in der Reithalle des Reitsportvereins Aachen.

„Das letzte Einhorn“, erzählt eine in Teilen traurige, aber wunderschöne Geschichte über Vertrauen und Liebe, über Selbsterkenntnis und den Mut, sich selbst zu überwinden. Der junge und recht ungeschickte Zauberer Schmendrick lernt durch den Karneval von Mommy Fortuna das letzte noch lebende Einhorn kennen. Gemeinsam ziehen sie los, um gegen den bösartigen roten Stier und dessen Gebieter Haggard anzutreten.

Die Geschichte passt hervorragend, nicht nur wegen des Themas, sondern auch wegen der Gelegenheit, fantastische Kostüme, hohe Reitkunst und Ballett in den jeweils unterschiedlichen Facetten zu zeigen. „Es ist eine schöne Symbiose zwischen Reiterei und Ballett“, sagt Carla Brettschneider, Inhaberin der gleichnamigen Tanzwerkstatt. Besonders hervorzuheben ist das hohe künstlerische Niveau, auf dem sowohl die Tänzer und Tänzerinnen als auch die Reiter und Reiterinnen arbeiten. „Wir versuchen jedes Jahr ein besonderes Highlight im Programm zu haben“, erläutert Brettschneider.

In diesem Jahr gibt es gleich mehrere: das Figurenspektakel Pantao mit ihren riesigen Stelzenläufern in eindrucksvoller Kostümierung oder die Hundedressur der Sporthundeschule Agility Aachen: Ein Hund flieht vor Mommy Fortuna, einer Hexe, die Tiere in Chimären verwandelt, um diese dann auf ihrem Jahrmarkt zu präsentieren.

Hund spielt Hund

Der Hund wird in der Vorführung von einem echten Hund gespielt, der vor einem Pferd über Hindernisse springt, das Pferd mit Reiterin hinterher. Dem Hund diese Aufgabe beizubringen war schwierig: der Hund muss alleine springen und sich auch ab und an „verstecken“, denn er läuft und springt schneller als das Pferd.

Nicht nur die Reiter und Reiterinnen des Reitvereins Aachen sind im Stück vertreten, auch die hochkarätige Voltigierabteilung wird Auftritte absolvieren. So ist der ganze Verein in die Produktion des Stückes eingebunden. Da nicht alle Stellen der recht komplexen Geschichte zu Pferd oder mit Tanz gut darstellbar sind, werden zudem einige Passagen von Mona Creutzer, Schauspielerin und Regisseurin am Theater K, vorgelesen. Zu kalt sollte es übrigens in der Reithalle nicht werden: die Halle ist beheizt und die Zuschauertribünen lassen sich auch zusätzlich erwärmen.

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