„Lebenspartnerschaft zu Frauen“: Pfarrer Markus Frohn gibt alle Ämter auf

„Lebenspartnerschaft zu Frauen“ : Pfarrer Markus Frohn gibt alle Ämter auf

Auch über die Grenzen seines Pfarrbezirks hinaus galt und gilt Markus Frohn als engagierter und kompetenter Ratgeber und Seelsorger.

Umso größer war die Betroffenheit, als Frohn, Pfarrer im Gemeindeverbund Sankt Josef/Fronleichnam und Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Ost/Eilendorf, am vorvergangenen Sonntag in der Messe in Sankt Fronleichnam öffentlich erklärte, dass er „in Lebenspartnerschaft zu Frauen“ stehe.

So formuliert es das Bistum in einer Pressemitteilung an die Medien von diesem Sonntag. Wie unsere Zeitung erfuhr, hatten rund 50 Besucher des Gottesdienstes das Bekenntnis mit großer Überraschung und Bedauern zur Kenntnis genommen.

Nach Gesprächen mit den Personalverantwortlichen des Bistums habe Pfarrer Frohn „aus persönlichen Gründen um seine Beurlaubung vom priesterlichen Dienst“ und um die Entpflichtung von seinen Ämtern ersucht, teilt das Bistum weiter mit. Bischof Helmut Dieser sei dieser Bitte mit Wirkung vom 13. September nachgekommen. Frohn habe in der Messe am 9. September zum Ausdruck gebracht, er habe „schwere Verfehlungen begangen und gegen die priesterliche Lebensform“ gehandelt. Damit habe er viele Menschen „tief enttäuscht und persönlich verletzt“.

Bei den Gemeindemitgliedern war der Geistliche sehr beliebt, er galt als umgänglich und war vielfältig sozial engagiert. Zur Karnevalszeit organisierte er gemeinsam mit der Tropi-Garde auch Gottesdienste auf Öcher Platt, die stets auf große Resonanz stießen. 2017 wurde er mit dem bekannten Krüzzbrür-Orden des Pfarrausschusses Heilig Kreuz geehrt.

An diesem Sonntag ließ Generalvikar Dr. Andreas Frick einen Brief in allen Gottesdiensten der Gemeinschaft der Gemeinden verlesen. „Bischof Dr. Helmut Dieser bedauert diese Verfehlungen und die damit verursachten Verletzungen bei betroffenen Menschen und den Gläubigen und die eingetretene Entwicklung zutiefst“, schreibt Frick. Der Bischof wisse um die Belastung, die nunmehr für die Gemeinde und deren Ehrenamtliche entstanden sei. Er danke allen, „die Verantwortung in unterschiedlichen Aufgaben wahrnehmen, und bitte sie, sich auch in dieser schwierigen Phase weiter einzubringen“. Der Pfarrer werde nun „in eine Zeit der persönlichen Besinnung und Neuorientierung eintreten“ und bald seinen Wohnsitz wechseln.

Auch Frohn selbst reagierte am Sonntag auf eine Anfrage unserer Zeitung mit einer kurzen Mitteilung. „Die Beurlaubung nutze ich für mich als Zeit der Aufarbeitung und Reflexion mit entsprechender externer Beratung“, schrieb der Geistliche.

Markus Frohn, Jahrgang 1968, war seit 2007 Pfarrer im Gemeindeverbund und seit 2010 Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Ost/Eilendorf. „In dieser Zeit hat er wertvolle und anerkannte Dienste für das Leben der Gemeinde und des Ostviertels geleistet“, betonte der Generalvikar. Für die Feier der Gottesdienste werde nun in enger Zusammenarbeit mit dem Pastoralteam „nach einer Ordnung für die Vertretung des Seelsorgers“ gesucht. „Die in der Gemeinde vorhandenen verlässlichen Strukturen und die gute Erfahrung bei Wortgottesfeiern kommen jetzt besonders zum Tragen“, so Frick. Die Bistumsleitung suche nach einer Perspektive für die betroffenen Gemeinden und deren Angehörige.

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