Aachen: Personalrat sieht im Geiste bereits die Warteschlangen

Aachen: Personalrat sieht im Geiste bereits die Warteschlangen

Gut sechs Monate vor der geplanten Eröffnung des neuen Bürgerservice in der Innenstadt gibt es Unfrieden um die wichtige Behördenanlaufstelle. Der städtische Personalrat fürchtet, dass es ab Herbst wieder zu langen Warteschlangen vor dem Bürgerservice kommen könnte.

Grund sei die Abkehr des Oberbürgermeisters von den ursprünglichen Raum- und Personalplanungen. OB Marcel Philipp widerspricht und setzt seinerseits auf Entlastungseffekte durch besser ausgestattete Bezirksämter und den Einsatz neuer Technik.

Hochmodern soll es nach Abschluss der Grundsanierung des Verwaltungsgebäudes am Katschhof auch in den nagelneuen Räumen des Bürgerservice zugehen. „Das wird richtig schick”, ist OB Philipp überzeugt. Größer und heller werden die Büros, die dann allerdings nicht mehr vom Katschhof aus betreten werden. Der Haupteingang wird an die ehemalige Rückfront an der Johannes-Paul-II.-Straße verlegt. Ebenerdig erreichbar können die Aachener dort die wichtigsten Behördenangelegenheiten erledigen - angefangen vom Ausweis über die Mülltonnenummeldung bis hin zur Zweitwohnsitzanmeldung.

Wie rasch das gehen wird, darüber gehen derzeit die Einschätzungen noch weit auseinander. Denn nachdem dort zunächst sieben Arbeitsplätze eingerichtet werden sollten, ist nun nur noch von fünf die Rede. Das werde den Anforderungen des Bürgerservice im Zentrum der Stadt nicht gerecht, schimpft die Personalratsvorsitzende Karola Hoch, die sich bereits lange Schlangen bis zum Katschhof ausmalt. Den Unmut der Wartenden aber will sie der Katschhof-Mannschaft unbedingt ersparen. Schon in der Vergangenheit hätten die Bediensteten vielfach Überstunden machen müssen, nun werde auf ihrem Rücken ein neues Modell ausprobiert. „Das machen wir nicht mit”, kündigt Hoch an.

Abgespeckt wird der Bürgerservice, weil ebendort auch die Grenzgängerberatung angesiedelt werden soll. Das sei der ideale Standort für „die Anlaufstelle für die ganze Region”, ist Philipp überzeugt. Leiden werde der neue Bürgerservice darunter nicht, ist er überzeugt - mit fünf Arbeitsplätzen sei er schließlich immer noch um einen Platz größer als der alte am Katschhof. Zudem sei alles „sehr viel luxuriöser und komfortabler”.

Und da nach und nach auch die Bezirksämter umgebaut und besser ausgestattet werden sollen, rechnet er ohnehin nicht mehr mit dem ganz großen Andrang in der Innenstadt. In Haaren etwa stehe der Umbau kurz bevor - barrierefrei, mit besseren Öffnungszeiten und möglicherweise schon neuen Terminals, an denen dann ebenfalls Behördendinge erledigt werden können.

Alles gut und schön, sagt hingegen Hoch. „Aber man kann doch nicht den Service im Zentrum einschränken, bevor in den Bezirken etwas Neues aufgebaut wurde”, ärgert sie sich. Dem OB werde in dieser Hinsicht der Wind noch kräftig entgegenwehen, kündigt sie an. „Wir setzen uns hier für die Kollegen und die Bürger ein”, sagt Hoch. Ein Gespräch mit dem OB ist für den 1. Juni angesetzt.

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