Aachen: „Pech & Schwefel“ begeistert mit zehntem Programm

Aachen : „Pech & Schwefel“ begeistert mit zehntem Programm

Die spitzen Stockpuppen mit den Stockpuppenspitzen sind wieder am Start — und haben für ihr zehntes Programm reichlich Prominenz gewinnen können: Zum runden Geburtstag wartet das teuflische Stockpuppenkabarett „Pech & Schwefel“ mit tollen neuen Puppen auf.

„Alemannia first“ ruft US-Präsident Donald Trump begeistert in der Rue Antoine. Es gab noch nie eine steilere Karriere als die vom „White House“ zum „Running House“. El Aschet ist begeistert: Trump hat das Übersetzungsprogramm auf seinem Smartphone falsch eingestellt und hat Deutschland mit Alemannia übersetzt. Nun will er der neue Präsident von Alemannia Aachen werden.

Angesichts eines goldenen Trump Towers in der Soers und Begegnungen mit Melania und Ivanka Trump an der Theke im Knipp brauchen die Öcher Fraulü dringend schicke neue Fummel. Und dann soll auch noch eine Mauer zwischen Aachen und Würselen errichtet werden. Da wird es den Aachenern zu bunt. Eine Lösung ist schnell gefunden: Trump wird Präsident im Laufhaus an der Antoniusstraße und wechselt begeistert vom „White House“ zum „Running House“.

Der Tivoli muss weg

Toll ist die Show „Trödel für Blödel“ mit der originalgetreuen Puppe von Horst Lichter: In der herrlichen Parodie auf seine Fernsehsendung „Bares für Rarers“ versucht Oberbürgermeister Marcel Philipp den Tivoli loszuwerden. Eins ist klar: Der Strunx muss weg, den er von seinem Vorgänger geerbt hat.

Aber da muss man erstmal einen Blödel finden, der das Stadion in seinem schlechten Zustand und mit der Loge für Ömmesönslümmel nimmt, das nur Kohle kostet. Da kommt ein gewisser Herr Schulz ganz recht, der den wertlosen Kasten kaufen und als Würselener Stadion nutzen will. Er möchte als Bundeskanzler von Würselen seine Rhenania dort spielen sehen.

Ausbildungsteufel Hubert ist mal wieder kleben geblieben. Seine Beton-Sechs im Fach Lügen ist schuld. Aber nun gibt es ein neues Fach: Bespitzeln und Abhören. Da die Personalsituation in der Hölle noch schlimmer ist als beim Bürgerservice der Stadt Aachen muss der Oberteufel höchstpersönlich unterrichten. Und mit dem analogen Holzkopf Hubert und den „digitalen Tuppessen“ ist ihm schnell klar: Lehrer sein ist schlimmer als die Hölle.

Nicht fehlen darf eine Fortsetzung der „Homestory“ von Maria und Gosef, die seit 251 Jahren verheiratet sind, an der Königstraße wohnen und jedem Klischee gerecht werden. Das Ehepaar liest begeistert die lokale Zeitung. Es gibt wie immer die Planungen für den Jahreswechsel und so manches Stadtgespräch zu diskutieren.

Und auch sonst gibt es zum Zehnjährigen ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten, die das Publikum begeistert feiert: Da ist zum Beispiel die Reaktorratte Ede von Tihange. Und zum großen Finale gibt es eine äußerst amüsante Verspätung bei der Bahn: Der IC 4243 hat auf seinem Weg von Aachen Schanz über Hurry Village und Longer Aua bis nach Köln so viel Verspätung, dass er kurzerhand zum Raumschiff ISS 4243 mutiert und sich auf den Weg ins Weltall macht. Auf dem Mond angekommen ist der Jubel groß.

Beim beliebten Stockpuppenkabarett treffen seit zehn Jahren die Welten von Kabarett und Stadtpuppenbühne Öcher Schängche aufeinander — und das auf Hochdeutsch, aber mit dem Flair und dem Charme der kultigen Bühne und den nötigen sprachlichen Streifen. An rund 20 Terminen im Jahr erlebten bislang rund 3000 Zuschauer satirische Spitzen auf die städtische Entwicklung, gemischt mit Öcher Temperament und Musik.

Der Förderkreis Öcher Schängche e.V. freut sich, dieses witzig-freche Programm präsentieren zu können: Mit den Sprechern Hubert Crott, Gitta Haller, Albert Henrotte, Wendelin Haverkamp und den Puppenspielern Otto Trebels, Peter Reuters, Albert Baurmann, Elfriede Schultz und Anna Inkmann vom bewährten Ensemble des Öcher Schängche. Der Öcher Blues dazu kommt live von Dieter Kaspari und Franz Brandt, Geräusche steuert Freddy Matulla bei. Idee, Text und Regie stammen von Wendelin Haverkamp.

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