Aachen: Pavillon kommt doch nicht in den Westpark

Aachen : Pavillon kommt doch nicht in den Westpark

Die letzten Meldungen rund um den Mies-van-der-Rohe Pavillon vor dem Depot sind schon eine zeitlang her. Sachstand im vergangenen November: ein Verein hat den kleinen Holzbau übernommen, weil er vor dem Depot nicht bleiben darf.

Er sollte in den Westpark umziehen und dort als Treffpunkt für das Quartier dienen, Interessen von ansässigen Vereinen bündeln. Eine Auswahl an Standorten im Park war bereits getroffen, aus denen einer in Abstimmung mit dem städtischen Umweltamt ausgewählt werden sollte. Der Umzug zog sich jeodch hin und wurde immer wieder verschoben. Nun ist klar: es wird nichts aus dem Pavillon im Park. Zumindest nicht aus dem Mies-van-der-Rohe-Pavillon.

Er steht immer noch vor dem Depot in der Talstraße: Der Mies-van-der-Rohe-Pavillon sollte eigentlich im Westpark ein neues Zuhause finden, daraus wird nun aber doch nichts. An Alternativen für den Westpark wird gerade gearbeitet. Foto: Harald Krömer

Genehmigung wäre aufwendig

Das Problem ist die Genehmigung. Elmar Wieczorek, Leiter des Fachbereichs Umwelt, erklärte, die Demontage und der anschließende Wiederaufbau wären ein Experiment hinsichtlich der Statik des kleinen Holzbaus geworden. Außerdem sei der Mies-van-der-Rohe Pavillon nicht barrierefrei. Auch da hätte Abhilfe geschaffen werden müssen.

Am Ende hätten viel Aufwand und vermutlich auch hohe Kosten unterm Strich gestanden, um den Pavillon, der 2015 unter dem Titel „Recycling Mies“ von Lehrenden und Studierenden des Lehrstuhls für Gebäudelehre an der RWTH vor dem Depot errichtet worden war, auch an einem neuen Standort im Westpark wieder verkehrs- und publikumssicher zu machen.

Mit dem Verein „Westparkviertel“, der den Pavillon erworben hatte und sich für seinen Umzug ins Viertel stark machte, stehe der Fachbereich aber nach wie vor in Kontakt. Gemeinsam solle eine Lösung gefunden werden, die im Sinne des Viertels und der Anwohner ist.

In einem nächsten Schritt gehe es nun darum sich anzuschauen, was die Bedarfe am Ort sind. Auf dieser Grundlage werde man entscheiden, wie weiter vorzugehen ist. Der Pavillon ist keine Option mehr, es gebe aber schon neue Ideen, erklärte Wieczorek. Es sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings zu früh, öffentlich darüber zu reden.

Planungsrechtlich stellt der Westpark eine Besonderheit dar, „weil es keinen Bebauungsplan und keine Bebauung gibt“, sagt Wieczorek. Baurecht müsse demnach erst geschaffen werden. Das gelte aber auch nicht für alle Orte im Park. Derzeit mache man sich gemeinsam mit dem Trägerverein Gedanken zu einer Übergangslösung.

Der Pavillon selbst quittiert die Wartezeit vor dem Depot mit einem eher traurigen Anblick. Der Lack blättert, an einigen Stellen scheint das Holz aufzugeben. Auch für die Zukunft des Baus würde es langsam Zeit, eine Lösung, einen neuen Nutzer und damit eine neue Aufgabe zu finden. Auch daran werde bereits gearbeitet, erklärte Wieczorek. „Und wir wollen an dieser Stelle im Westpark schnell vorankommen.“

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