Aachen: Ostviertel: Junge Männer gehen zur Rockergruppe Saturdarah

Aachen: Ostviertel: Junge Männer gehen zur Rockergruppe Saturdarah

Junge Männer aus Aachen, die aus dem Ostviertel oder seiner Umgebung stammen, wenden sich zunehmend Streetgangs oder Rockergruppen wie den „Satudarah“ zu. Dies erklärte Polizeipräsident Klaus Oelze während des Forums der“ Nachrichten“ zum Thema „Brennpunkt Ostviertel“.

Der 1990 in den Niederlanden gegründete Motorrad-Klub hat im Sommer 2012 ein Chapter in Duisburg gegründet, von dem aus Bestrebungen im Gang seien, nach Aachen zu expandieren, erklärte Oelze.“Das sind ehemalige Jugendliche aus dem Ostviertel, die sich unter dem Dach Saturdarah zusammenschließen.“ Die konkurrierenden Rockergruppen „Bandidos“ in Aachen und „Hells Angels“ in Köln waren 2012 verboten worden.

Die „Satudarah“ werden von einigen offiziellen Stellen als kriminelle Vereinigung eingestuft. Sie sind mit befreundeten Gangs in unregelmäßigen Abständen schon mehrfach in Aachen aufgetaucht, so wurden am Abend eines Joe-Cocker-Konzerts 19 Mitglieder in der Innenstadt kontrolliert. Diese hatten zwei Messer und eine Elektroschockpistole dabei. Noch größer war die Waffenausbeute Ende September, als sich im Stadtbezirk Driescher Hof rund 100 Kuttenträger zusammenrotteten und besorgte Anwohner die Polizei riefen, die starke Kräfte zusammenzog: Gefunden wurden elf Messer, zwei Äxte, fünf Pfeffersparydosen, zwei Gaspistolen und ein Hockeyschläger. Den Rockern geht es nach Angaben von Beobachtern vor allem um Geschäfte im Drogen- und Rotlichtmilieu sowie der Türsteherszene. Die Polizei versucht, mit allen rechtlichen Mitteln gegen drohende Auswüchse vorzugehen.

Oelze bezog in der gut besuchten Veranstaltung zum ersten Mal Stellung zur Kritik von Jugendlichen und Geschäftsleuten, die sich über rabiate Praktiken bei Kontrollen, bei denen sie sich bis auf die Unterwäsche ausziehen mussten und sogar geschlagen worden seien, und stundenlange Absperrungen der Elsassstraße, die zu sinkenden Einnahmen führten, beschwerten. Der Polizeipräsident stellte in Abrede, dass es zu Übergriffen seiner Beamten gekommen sei. Falls doch, sollten die Betroffenen Beweismaterial wie selbst gedrehte Filme vorlegen und Anzeige erstatten.

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