Aachen: Ostfriedhof: Unbekannte verwüsten Grabstätten

Aachen : Ostfriedhof: Unbekannte verwüsten Grabstätten

Wer es war, ist nicht bekannt. Auch der genaue Zeitpunkt nicht. Fest steht bisher nur: Irgendwann in den vergangenen acht Tagen haben unbekannte Vandalen etliche Grabstätten auf dem Ostfriedhof verwüstet, darunter mehrere Stelen der „Armen Schwestern vom heiligen Franziskus“.

Sie sind zum Teil mit Betonfundament aus dem Boden gerissen worden. Mindestens eine Grabplatte wurde zerschlagen. Vor etwa einer Woche sei der Hausmeister des Ordens zuletzt auf dem Friedhof gewesen, sagt Ordensschwester Maria Ursula Schneider. Zu diesem Zeitpunkt sei noch alles in Ordnung gewesen. Durch Zufall habe sie die Tat am Freitag entdeckt, als sie bei den Grabstätten des Ordens auf der Hüls und auf dem Ostfriedhof nach dem Rechten geschaut habe.

EU-Parlamentspräsident und Karlspreisträger: Am 21. April gibt es Gelegenheit, mehr über den Menschen Martin Schulz zu erfahren. Foto: dpa

Die auch unter dem Namen Schervier-Orden bekannte Gemeinschaft bestattete zwischen 1862 und 1989 ihre Angehörigen auf dem Ostfriedhof. Gut über 100 Gräber, in denen Ordensschwestern bestattet sind, befinden sich laut Schwester Maria Ursula Schneider auf dem Ostfriedhof. Jedes Grab besteht aus einem sogenannten Grabkissen aus Stein, auf dem der Name der Verstorbenen steht. Daneben gibt es Grabstelen, die mehreren Verstorbenen gewidmet sind.

Motiv unbekannt: Die Täter haben mindestens eines der Grabkissen zerschlagen.

Störung der Totenruhe

Metalldiebstahl als Motiv kann sie, zumindest was die Stelen angeht, ausschließen — das einzige verwendete Material ist Stein. „Ich glaube auch nicht, dass die Verwüstung gezielt gegen unseren Orden gerichtet war. Eher vermute ich blinde Zerstörungswut“, sagt die Schwester.

Nach Entdeckung der Tat sei sie zur Polizei gefahren, habe Bilder der Verwüstung gezeigt und Anzeige erstattet. Laut Polizei gibt es wenig Hoffnung auf Aufklärung. Meist sei die Hinweis- und Beweislage dafür zu schlecht. In Fällen wie diesem gehe es im Übrigen nicht nur um Sachbeschädigung, sondern auch um den Tatbestand der Störung der Totenruhe. Vandalismus auf Friedhöfen komme immer mal wieder vor.

Tabubruch

Für die Franziskanerinnen-Schwestern ist es das erste Mal, dass Gräber von Angehörigen ihrer Gemeinschaft verwüstet worden sind, sagt die Schwester. Über die Tat selbst ist sie entsetzt. „Wenn so etwas geschieht, wird ein Tabu gebrochen, eine Grenze überschritten, die der Anstand eigentlich jedem setzt.“

Die Friedhofsverwaltung habe sie noch nicht kontaktieren können, weil die Tat zu Beginn des Wochenendes entdeckt wurde. Heute wolle sie mit dem Amt sprechen. Außerdem werde der Hausmeister sich die Beschädigungen ansehen und schauen, ob er sie selbst reparieren kann.