Aachen: Osterbend: Es geht wieder rund und hoch hinaus

Aachen : Osterbend: Es geht wieder rund und hoch hinaus

Sein Job habe durchaus seine schönen Seiten, erzählt Bend-Manager Markus Schöning. Man muss wohl auch die Nerven dafür haben, als eine Art Vorkoster die Fahrgeschäfte für die größte Kirmes der Euregio auszuprobieren.

Und so weiß Schöning jetzt schon, wo es den Besuchern des Osterbends ab Samstag schwindelig wird.

Sicherheit im Blick: Die Bauaufsicht prüft Fahrgeschäfte wie etwa die Achterbahn.

Auf dem „Spinning Coaster XXL“ direkt gegenüber vom Haupteingang zum Beispiel. Die Achterbahn aus den Niederlanden sei eine der größten ihrer Art und „beeindruckend schnell“, wie Testfahrer Schöning weiß. Wer das Gefühl mag, ordentlich durchgerüttelt zu werden, sollte die Chance auf dem Bendplatz nutzen. „In Deutschland ist die in diesem Jahr nur hier“, erklärt Schöning, „wer damit fahren will, kann das nur in Aachen.“

Ähnlich exklusiv ist das Gruselschloss namens „Spuk“. Hinter der einladenden Fassade mit Gehenkten und halbverwesten Leichen verbirgt sich eine 15 Meter hohe Kombination aus Geister- und Achterbahn. „Das gibt es nur einmal“, sagt Schöning.

Doch auf solche Superlative kommt es den Veranstaltern des Osterbends gar nicht so sehr an, wie Schönings Chefin Kristina Wulf betont. Die Eurogress-Geschäftsführerin freut sich eher, „dass es gelungen ist, eine große Vielfalt zusammenzustellen“. Dafür muss der Bend-Manager gut sortieren. Aus rund 1000 Bewerbungen hat er 130 Schausteller ausgewählt, die die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen des Publikums bedienen sollen.

Da gebe es eben auch Besucher, die eher schwindelfrei einfach nur die Jahrmarktatmosphäre genießen wollten. Die haben ihren Spaß dann vielleicht im Spiegelpalast. Für Peter Loosen, den Vorsitzenden des Schaustellerverbands, ist der gläserne Irrgarten „ein Klassiker“. Es geht aber auch noch klassischer mit der alten Berg-und-Talbahn namens „Evis Fahrt ins Paradies“, Das Fahrgeschäft aus dem Jahr 1939 habe der Schausteller Toni Schleifer in einer Scheune in der ehemaligen DDR aufgetrieben und wieder in Schwung gebracht, erzählt Loosen.

Und für Menschen, die weder Drehungen noch Höhenflügen etwas abgewinnen können, gibt es ein reichhaltiges gastronomisches Angebot. Peter Loosen spricht da von „themenorientierten Biergärten“. Die Palette reicht vom „Ausschankkarussell“ über das „Jagdrevier“ und „Brunos Bierdorf“ bis zur „Ardennenküche“. Nigelnagelneu ist die „Bendterrasse“, an der Alwin Fiebus am Donnerstag noch eifrig herumbastelte. Auf rund 1500 Quadratmetern entsteht eine Art Dorf aus Holzbuden mit Tischen und Bänken, wo die Besucher mit dem einen oder anderen Bierchen in der Hand die schwindelerregenden Fahrgeschäfte aus sicherer Entfernung betrachten können. Die Anlage wird den Osterbend überdauern: Bis Mitte September sollen auch bei anderen Veranstaltungen auf dem Bendplatz die Besucher auf der Bendterrasse bewirtet werden.

Zwingend zum Jahrmarkt gehört natürlich das traditionelle Sortiment an gebrannten Mandeln, Bratwurst oder Zuckerwatte , gerne auch in dieser Reihenfolge genossen. Mit der richtigen Kombination von Herzhaftem und Süßkram lassen sich bekanntlich im Magen ähnliche Effekte erreichen wie sonst bei Loopings.

Für Liebhaber solcher Überschläge geht es auf Wunsch auch hoch hinaus: Der „Gladiator“ schleudert sie auf 62 Meter hinauf. Wie sich das anfühlt, weiß Bend-Manager Schöning allerdings nicht. „Ich muss das nicht haben“, sagt der Karusselltestfahrer. Zu den schönen Seiten seines Jobs gehört eben auch, manches Angebot zum Selbstversuch einfach mal dankend abzulehnen.

Mehr von Aachener Nachrichten