Aachen: Open-Air-Parkrunde: Gute Gespräche an der langen Tafel

Aachen : Open-Air-Parkrunde: Gute Gespräche an der langen Tafel

Es müssen noch mehr Tische herbeigebracht werden. 50 Meter sind einfach nicht genug für die Menge an Speisen und die mehr als 100 Menschen, die am Sonntag zum Parkgespräch Open-Air auf Einladung der Stiftung Jürgen Kutsch in den Kennedypark gekommen sind.

Das Ziel, den „längsten Tisch, der jemals im Kennedypark gestanden hat“ zu decken, hat Jürgen Kutsch also schnell erreicht. Kurz nach einem kleinen Regenschauer blickt er auf die mit internationalen Spezialitäten gedeckte Tafel und die sich unterhaltende Menschenmasse und lächelt.

Die Menschen unterhalten sich kultur- und generationenübergreifend, wie es um das Thema Integration steht. Essen verbinde, sagt Kutsch und die informelle Atmosphäre gebe dem Austausch eine ganz andere Note. Den klassischen Konferenzcharakter lehnt er ab, da würden die Menschen einfach nicht aus sich herauskommen. Für den Initiator ist der Umgang mit Integration ausschlaggebend für die Zukunft Deutschlands.

„Ich bin mir sicher, dass Aachen auf diesem Gebiet ein Vorbild sein kann“, sagt Kutsch zuversichtlich. Jürgen Kutsch ist ein Kind des Viertels, und dessen Zukunft liegt ihm sehr am Herzen. Anfang des Jahres war er auf die Idee gekommen, einen Gesprächskreis für Integration und interkulturelle Verständigung auf die Beine zu stellen. Das Ostviertel war damals durch negative Schlagzeilen aufgefallen, dem wollte er entgegenwirken. Heute ist er froh, die Veranstaltungen wachsen zu sehen. Wo am Anfang 20 Menschen anwesend waren, treffen sich nun mehr als 100.

Auch Gäste aus den anderen Stadtvierteln nehmen an den Parkgesprächen teil. Wolfgang Lucht und Sabine Bongen etwa, sind aus Brand ins Ostviertel gekommen und begeistert. Bei Kräuterbutter, Tomaten und Stangenbrot genießen sie die Atmosphäre. „Ich finde alles, was sich um Integration dreht, toll“, sagt Lucht. Er und Sabine Bongen loben das nette, durchmischte Publikum und die Gespräche. Auch Ayse Turham, die seit 20 Jahren im Ostviertel wohnt, ist dankbar für den tollen Sonntagnachmittag. Obwohl sie schon so lange im Viertel lebe, habe sie beim Picknick viele nette, neue Leute kennengelernt. „Es ist besser neue Freundschaften zu schließen, als zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen“, sagt sie und lacht.

Die Zukunft der Parkgespräche hat Kutsch fest im Blick. Er hofft, dass die Veranstaltungen an Kontur gewinnen und auch mehr Menschen aus anderen Stadtvierteln anziehen. Am Freitag, 26. September veranstaltet er ein Mädchen-Fußballturnier, im November geht es in der Nadelfabrik, Reichsweg 30, um „Gute Geschäfte im Ostviertel“ und im Januar drehen sich die Parkgespräche um die Kunst.