Aachen: Onlineplattform: „Jutestun“: Helfen kann so einfach sein

Aachen : Onlineplattform: „Jutestun“: Helfen kann so einfach sein

Gutes bewirken kann der Öcher ja eigentlich schon immer, doch „Jutestun“ kann er erst seit zwei Jahren. So nennt sich nämlich eine Onlineplattform, die das Gesuche von Sach- und Zeitspenden für Flüchtlinge aus der Städteregion vermittelt.

Obwohl die Projektfinanzierung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Ende Dezember ausgelaufen ist, wird die Ideen wegen ihres großen Erfolges erweitert. Da die großen Flüchtlingswellen inzwischen abgeebbt sind, wird die Zielgruppe nun auf Bedürftige ausgeweitet. Nicht zuletzt die Arbeiterwohlfahrt des Kreisverbandes Aachen-Stadt, die die weitere Finanzierung übernommen hat, spielt dabei eine tragende Rolle.

Das Prinzip von „Jutestun“ ist einfach erklärt: Ehrenamtler sowie soziale Organisationen und Institutionen können sich auf der Internetseite anmelden und nach den verschiedensten Dingen suchen. Es wird also „nicht einfach irgendetwas abgegeben“, erklärt David Muschiol, der das Projekt wie auch drei weitere Ehrenamtler mitbetreut. Stattdessen kann gezielt nach Gegenständen und bestimmten Wünschen gefragt werden. Und wer dann etwas Gesuchtes spenden will, der braucht sich nicht einmal anmelden.

Und das ist dann vermutlich auch schon das Erfolgsrezept: „Eben alles so simpel wie möglich halten“, so Muschiol. Im August 2016 wurde das Projekt sogar mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichnet.

„Gerade die jungen Generationen machen den Gang zur Möbelkammer nicht mehr“, meint Ingo Schartmann, der „Jutestun“ hauptamtlich betreut. Warum also nicht eine Kommunikation übers Smartphone — schnell und unkompliziert? Dadurch entsteht zudem ein direkter Kontakt zwischen Sucher und Spender.

Allein im vergangenen Jahr gab es 364 Gesuche und 749 Rückmeldungen. „Oftmals sind es Fahrräder und Softwarezubehör“, berichten die Koordinatoren. Besonders stolz seien sie über eine vermittelte Wohnung. Neben den Sach- können aber auch Zeitspenden, zum Beispiel Musikstunden oder Nachhilfeunterricht, erfragt werden. Jüngster Erfolg war derweil die Expansion in den Dürener Raum.

Selbst Personen mit eher ungewöhnlichen Wünschen wurden nämlich bereits fündig. Das galt auch für eine Schwangerschaftshose, Europaletten, einen Rasenmäher oder eine Sichel.

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