"One Billion Rising" am Elisenbrunnen in Aachen

Protestaktion : Frauen tanzen gegen Gewalt und Diskriminierung

„One Billion Rising“ (Eine Milliarde steht auf) hieß es am Donnerstag in vielen Ländern der Welt. Rund um den Globus trafen sich Menschen, um zu tanzen und zu demonstrieren. Sie forderten ein Ende der Gewalt gegen Frauen. Auch in Aachen wurde öffentlich getanzt.

Das Thema war ernst, der Protest bunt, selbstbewusst und fröhlich. Zum siebten Mal beteiligten sich Frauen und Männer in Aachen an der Demonstration gegen Diskriminierung, Gewalt und Sexismus. Denn jede dritte Frau weltweit wird in ihrem Leben das Opfer von Gewalt.

Aufgerufen zur Aktion vor dem Elisenbrunnen hatte das Frauennetzwerk der Städteregion, und es wurde unterstützt von einem breiten Bündnis aus Parteien, Beratungsstellen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund. „Wir stehen hier nicht als Opfer“, sagte die Vorsitzende des Frauennetzwerks, Sibylle Keupen, „wir zeigen unsere Stärke.“ Die weltweite Solidarität bestärke auch die Frauen in Aachen. Temperamentvoll angeführt wurde der Tanz auch in diesem Jahr von der Tänzerin Lazara Grettet Saez und ihrer Gruppe.

Die Aachener Frauen demonstrierten am Donnerstag auch für eine ausreichende Finanzierung von Betreuungs- und Beratungsstrukturen für Gewaltopfer, für eine strafrechtliche Verfolgung jeglicher sexueller Handlung ohne Zustimmung, eine konsequente Bekämpfung der Zwangsprostitution samt Bleibeperspektive für die betroffenen Frauen und ein Verbot geschlechtsdiskriminierender Werbung.

Es wurde aber nicht nur getanzt am Elisenbrunnen. Die junge Poetry-Slammerin Destina Atmaca hatte eigens für „One Billion Rising“ einen Text geschrieben, den sie am Elisenbrunnen vortrug. Für ihr Märchen von Rapunzel und dem Prinzen mit den schönen Haaren erntete sie viel Applaus und manches herzhafte Lachen.

(mg)
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