Aachen: Ohne Licht ein deutliches Zeichen setzen

Aachen: Ohne Licht ein deutliches Zeichen setzen

„Eine schön beleuchtetes Stadtpanorama hat schon was”, findet Uta Göbel-Groß. Und doch sind sich Birgitta Hollmann, Geschäftsführerin des Welthauses Aachen sowie Göbel-Groß und Norbert Kunz, die sich für die Agenda-21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt engagieren, einig: Es muss ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt werden.

Deshalb unterstützen die drei im Namen des Aachener Welthauses den weltweiten Aufruf: „Mach mit bei der Earth Hour, der größten Klimaschutzaktion, die es je gab!”

Am Samstag, 27. März, um 20.30 Uhr, schalten Hunderte Millionen Menschen in tausenden Städten weltweit für 60 Minuten die Lichter aus. „In diesem Jahr soll die Milliardengrenze geknackt werden, und dafür wird jeder Einzelne gebraucht”, erklärt Hollmann. Mit der „Earth Hour” wollen die Aktivisten zeigen, dass ihnen das Ergebnis der Kopenhagener Klimakonferenz nicht reicht.

„Hätte die Stadt uns ihre Unterstützung angeboten, hätten wir ein großes öffentliches Konzert auf dem Katschhof organisieren können”, zeigt sich Hollmann enttäuscht über das mangelnde Interesse des Oberbürgermeisters Marcel Philipp. Er hat dem Welthaus erklärt, lieber in anderer Form etwas für den Klimaschutz tun zu wollen: „Das ist sehr schade, denn die Stadt hätte dafür sorgen können, dass auch die Stromquellen in ihren Verwaltungsgebäuden abgestellt werden und sich noch weitere Institutionen beteiligen.”

Die Aktion wird weltweit unterstützt. „Wer mitmacht, kann sich als Teil einer Weltgemeinschaft fühlen”, findet Hollmann. Nach Angaben der Umweltorganisation World Wide Fund of Nature (WWF) beteiligten sich in den vergangenen Jahren nahezu 4000 Städte in 88 Ländern an der Aktion. Eine große Anzahl weltberühmter Gebäude wie der Pariser Eiffelturm, die Christusstatue von Rio de Janeiro und das Operhaus von Sydney versanken dabei für eine Stunde in der Dunkelheit. Auch deutsche Städte wie Berlin, München, Bonn und Köln ließen ihre Lichter, unter anderem am Kölner Dom, ausgehen.

Uta Göbel-Groß und Norbert Kuntz waren im letzten Jahr im Rahmen der Agenda-21-Partnerschaft in Kapstadt, wo sie mit Schülern ein ökonomisches Projekt auf die Beine gestellt haben. Dort konnten sie die „Earth Hour” bei einem „Concert in the Dark” des „Philharmonic Orchestra” hautnah miterleben. Für die beiden ein einmaliges Erlebnis: „Fahrradfahrer haben tagsüber den Strom für das Licht erstrampelt, das die Musiker für ihr Konzert brauchten. Die Zuschauer hielten Kerzen in der Hand.” Kuntz und Göbel-Groß waren auch von den dort gezeigten Satellitbildern begeistert: „Man konnte sehen, wie in den großen Städten auf der Welt die Lichter ausgingen, das war einfach beeindruckend.”

Auch wenn in Aachen keine solche Großaktion stattfinden wird, will Hollmann die Aachener Bürger zum Mitmachen motivieren: „Jeder Einzelne kann mitmachen und ein Bewusstsein für den Klimaschutz schaffen. Wer will, kann sich auch vorher im Internet anmelden.” Bislang haben sich in Aachen nur 24 Aktivisten online eingetragen. Hollmann hofft, dass bis Samstag noch mehr Aachener auf die Aktion aufmerksam werden und dass die „Earth Hour” im nächsten Jahr auch von der Stadt Aachen mitgetragen wird: „Wäre es nicht schön, den Aachener Himmel nochmal ohne jegliche künstliche Lichteinstrahlung zu sehen?”

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