Aachen: Offenbar Ermittlungsfehler im Panzerknacker-Prozess

Aachen: Offenbar Ermittlungsfehler im Panzerknacker-Prozess

Die Vorgehensweise der Panzerknacker war laut Staatsanwaltschaft immer die gleiche. So stand es jedenfalls in der Anklageschrift gegen die vier mutmaßliche Täter aus Aachen, die jetzt seit mehr als einer Woche vor dem Aachener Landgericht stehen.

Die 23- bis 26-jährigen Angeklagten sollen in mehr als 20 Fällen Altenheime und Seniorenstifte in der Region von ihren schwergewichtigen Tresoren „befreit“ haben, die geknackten Panzerschränke entsorgten sie in nahen Gewässern oder sogar mitten in der City im Kahnteich Hangeweiher.

Vor der 1. Großen Strafkammer ging es am Freitag bei der Vernehmung des polizeilichen Ermittlungsführers Jürgen D. (46) just um die kriminelle Vorgehensweise des als Verbrecherbande angeklagten Quartetts. Die Polizei habe, beklagten die Verteidiger durch die Bank, die Taten ohne genügende Erkenntnisse über die einzelnen Beiträge ihrer Mandanten einfach nur gebündelt. „Woher wissen Sie das überhaupt so genau“, war die übliche Frage an den Zeugen im Polizeidienst. Das Dilemma: Alle Täter trugen Masken, es gibt nur verschwommene Videomitschnitte. Ein DNA-Fund an einem Handschuh entpuppt sich schnell als Ermittlungsflopp, weil es dazu laut Verteidiger Peter Nickel kein Gutachten gebe. Sein Mandant sei damals ohne taugliche Beweise zu Hause festgenommen worden. Der Prozess geht am 16. Mai weiter.