Aachen: Öcher-Karnevals-Kultur-Preis: Die Zukunft des Brauchtums sichern

Aachen : Öcher-Karnevals-Kultur-Preis: Die Zukunft des Brauchtums sichern

Sie stehen etwas zusammengepfercht, in den hinteren Reihen fangen manche schon an zu schwitzen. Jupp Ebert stimmt seinen Schunkel-Klassiker „You never walk alleng“ an, und sie wippen zusammen im Takt. Auf der Bühne im Hotel Mercure am Europaplatz stehen Journalisten, Politiker und Vertreter der Wirtschaft.

Oberbürgermeister Marcel Philipp etwa neben OB-Kandidat Björn Jansen, Bundestagsabgeordneter Rudolf Henke neben dem „Nachrichten“- Karnevals-Experten Georg Dünnwald. Die Jury des Öcher-Karnevals-Kultur-Preises zieht zusammen an einem Strang. Denn wie es Helmut Koch, Beirat des Festausschusses Aachener Karneval, erklärt: „Wenn wir wollen, dass der Karneval in 15 Jahren noch lebt, dann müssen wir jetzt anfangen zu fördern. Es ist eine Investition in die Zukunft.“

Der Öcher-Karnevals-Kultur-Preis wird für die Brauchtumspflege im Fastelovvend, vor allem im Bereich der Jugendarbeit, Inklusion und Integration verliehen und wurde 2012 von Harry Ebert und Elke Hardt-Ebert von der Oecher Ordenswerkstatt ins Leben gerufen. In diesem Jahr werden die Vereine KG Eulenspiegel, KG Grün-Weiß Lichtenbusch, KG Koe Jonge Richterich, TS Kranker Kinder sowie die KGS Passstraße und die Gesamtschule Brand mit jeweils 2222 Euro unterstützt, den Sonderpreis über 1000 Euro, gestiftet von Michael Neuhaus, Reisebüro Reisebaron, erhält die KG Oecher Jonge. „Wenn der Kinderkarneval zu unserem Markenzeichen wird, dann hat sich das alles gelohnt, denn der Öcher Karneval ist einfach einzigartig“, freut sich Harry Ebert nach der Verleihung.

Fast 30 Vereine und Einrichtungen zählen zu den Nominierten, die Entscheidungsprozedur der 26- köpfigen Jury, darunter unter anderem Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen, Detlev Fröhlke, Leiter des Ordnungsamts, oder Sabine Verheyen, Mitglied des Europaparlamentes, gestaltete sich kompliziert. „Die Entscheidung war wirklich hart, im Grunde haben alle Nominierten einen Preis verdient“, sagt Harry Ebert.

92 Sponsoren

Der Preis wurde zum dritten Mal verliehen. Harry Ebert ist seit Beginn mit viel Herzblut dabei und bedankt sich in diesem Jahr bei rund 92 Sponsoren. Um die Namen aufzusagen, braucht er fast fünf Minuten.

Das Engagement trägt Früchte, denn die Preisträger 2013 kommen am Sonntag zurück auf die Bühne, um zu zeigen, was mit dem Geld passiert. Die Mädchen der Tanzgruppe Friesenrath etwa haben neue Tanzuniformen bekommen. „Wir sehen hier zehn glückliche Mädchen und wunderschöne Uniformen“, bedankt sich Präsidentin Claudia Engels, während die Mädchen übers ganze Gesicht strahlen. Bei den Schwarz-Blauen Funken gab es für alle Tänzer und Tänzerinnen neue Tanzschuhe.

„Wir haben in den letzten Jahren rund 150 000 Euro in unsere Kinder- und Jugendarbeit gesteckt und haben das Geld in unserem Sozialfonds verwendet, aus dem Eltern bei Bedarf finanzielle Unterstützung für die Kostüme der Kinder erhalten“, so Michael Hamacher, Präsident der Oecher Prente, über die Verwendung des Preises. „Das Geld ist wirklich gut angelegt, wenn man mal die Pracht beim Aachener Kinderkarneval im Eurogress betrachtet“, sagt auch Wolfgang Radermacher, Leiter des Arbeitsausschusses Aachener Kinderkarneval , begeistert.

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