Aachen: „Oche Alaaf“ geht auch außerhalb der Session

Aachen : „Oche Alaaf“ geht auch außerhalb der Session

Nein, es ist natürlich noch kein Karneval, auf den Kappesball müssen die Jecken noch knapp ein halbes Jahr warten. Trotzdem schallte es am Samstagabend laut „Oche Alaaf“ aus dem Saalbau Kappertz in Rothe Erde.

Zwölf Mitglieder der Kölner Stunksitzung touren seit 2004 außerhalb der Session mit einem „Best-Of“-Programm durch die Lande und brachten mit „Stimmung bleibt!“ auch erstmals die Aachener zum Schunkeln und Mitfeiern.

Dabei ist die Welt ja gar nicht so lustig, wie Biggi Wanninger, Präsidentin des Elferrats der Stunksitzung und Moderatorin des Abends, betonte. Doch im kabarettistischen Gewande lässt sich eben doch trefflich über den allgemeinen Wahnsinn lachen. Sei es nun über den Blick ins Lehrerzimmer der David-Garrett-Gesamtschule nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass religiöse Gefühle nicht verletzt werden dürften und deshalb Lehrerinnen nicht nur in Burka, sondern auch Alaafisten mit Pappnase und Pastaristas mit Nudelsieb auf dem Kopf unterrichten dürfen.

Sei es über das Hänneschen-Theater mit „Stockpuppen“ von Trump, Putin und Erdogan, die um die Auszeichnung für den größten Asi der Welt wetteifern. Oder über Freddys Coverband, die die ganzen schönen Karnevalssongs und Stimmungslieder nicht mehr singen kann, weil die terroristische Gefahr bei „Wir kommen alle in den Himmel“ eher an die „Hymne der Selbstmordattentäter“ denken lässt, als einen gedankenlos-lustigen Abend ermöglicht. Aber „Superjeile Zick“ geht einfach immer!

Auch der Blick auf die Kölner Selbstbezogenheit in Sachen Karneval kommt nicht zu kurz: Der „Transjeck“ bei den Roten Funken, der im falschen Rock geboren wurde und nun „konvertiert“ ist, die Angst vor den Zuwanderern in den Kölner Fastelovend — da sehen es die Oecher der Moderatorin Wanninger leicht nach, dass sie den Aachener Karnevalsruf nicht fehlerfrei über die Lippen bekommt. Sie stimmen lieber lauthals in Josef Pieks Song „Wegen dem Brauchtum“ ein und beenden den Abend ausgelassen mit „Oche Alaaf“.

Mehr von Aachener Nachrichten