Aachen: „Oberflächentaucher“: Mavi Garcia verjüngt den Raum für Kunst

Aachen : „Oberflächentaucher“: Mavi Garcia verjüngt den Raum für Kunst

Erstmals wird es eine Live-Performance im Raum für Kunst geben, der sich mit der Ausstellung „Oberflächentaucher“ von Mavi Garcia deutlich verjüngt.

Etwa 40 Minuten lang wird die spanischstämmige Künstlerin mit ihrem Partner Florian Zeeh, beide weiß gekleidet, unter dem Titel „Mi casa es mi casa“ auf einer kleinen Bühne performen, die sich während der Ausstellung als flaches graues Objekt auf dem Boden präsentiert.

Mavi Garcia macht Kunst, die vom Körper ausgeht. Übergroße Abdrücke ihrer Hände sind der Blickfang der Ausstellung, genauestens kann der Betrachter ihre Handlinien und Fingerkuppen als Ausdruck höchstmöglicher Individualität betrachten.

„Wenigstens zehn Minuten pro Patient“ betitelt sie diese Arbeit aus dem letzten Jahr, mit der sie sich für mehr Respekt für die individuelle Lebensgeschichte besonders von Flüchtlingen wünscht. Körperliche Nacktheit demonstriert sie mit einer mageren weiblichen Latexfigur ohne Kopf, die nur einen Strickpullover trägt. Doch der löst sich auf, und die Nacktheit wird allen Blicken ausgesetzt, schutzlos.

An leidende Körper gemahnen auch die Installation „Erste Hilfe“, die aus mehreren Infusionsständern um einen alten leeren Sessel besteht, und ein Biergartenstuhl mit Rollstuhlrädern, der gar nicht funktionieren kann und soll. Warum nackte Füße auf einen alten Stuhl steigen und sich nach oben strecken, kann viele Gründe haben, doch einer drängt sich besonders auf …

Neben den Absurditäten gibt es jedoch auch einen Hauch von Romantik und Sehnsucht nach Natur. Echte Fenster mit weißen Rahmen sind auf eine weiße Wand montiert und lassen Ausblicke ins Grüne und ans Meer in ihrer Unschärfe mehr wünschen und ahnen als sehen.

Die Vernissage zur Ausstellung „Oberflächentaucher“ im Raum für Kunst in der Elisengalerie findet statt am Freitag, 27. April, um 19 Uhr, mit einer Einführung von Stefan Skowron. Die Live-Performance beginnt um 20 Uhr. Zu sehen ist die Schau dann noch bis zum 16. Juni.