Aachen: Oberbürgermeister: „Ein Gebäude, das zusammenführt”

Aachen: Oberbürgermeister: „Ein Gebäude, das zusammenführt”

An einem Kran hing der Richtkranz. Er war nicht zu übersehen im Betsaal des Rohbaus der Yunus-Emre-Moschee. Dort, wo am Sonntag der Richtkranz hing, wird bald eine große prächtige Glaskuppel das muslimische Gotteshaus verschönern. Der Andrang war groß, sehr groß bei der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde der Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße.

Am Sonntag feierten die Muslime neben dem Richtfest für den neuen Moscheenbau auch den Beginn des dreitägigen Ramadanfestes, des sogenannten Zuckerfestes, das nach einer 33-tägigen Fastenzeit beginnt.

Und so ungefähr alles, was in Aachen Rang und Namen hat, war gekommen. Die Bundestagsabgeordneten Petra Müller (FDP) und Ulla Schmidt (SPD) ebenso wie die Landtagsabgeordneten Reiner Priggen und Karl Schultheis. Auch die Bürgermeisterinnen Hilde Scheidt und Dr. Margrete Schmeer sowie der Aachen-Mitte-Bezirksbürgermeister Achim Ferrari und Weihbischof Karl Reger bekundeten ihre Verbundenheit mit der islamischen Gemeinde im Ostviertel.

„Aachen verfügt nicht nur über eine große Geschichte, in Aachen regnet es auch häufig”, begrüßte der Moderator des Nachmittags, Zikri Bilican von der Arbeitsgemeinschaft „Neubau Yunus-Emre-Moschee”, die viele Gäste. Der Öcher Dauerregen sei auch Schuld daran, dass es zunächst nur langsam mit dem Bau voran ging, erklärte Bilican, der gekonnt durch das Programm führte.

„Vor 15 Monaten haben wir den Grundstein gelegt”, erinnerte der Gemeindevorsitzende Abdurrahman Kol die Gäste. „Der Rohbau erfüllt uns mit Stolz, das haben wir gemeinsam erreicht”, sagte Kol begeistert. „Die Kosten haben wir aus Spenden gedeckt, aus der Türkei sind keine Mittel an uns geflossen”, stellte der Gemeindevorsitzende mit Nachdruck fest.

„Aachen steht hinter Ihnen”

Oberbürgermeister Marcel Philipp, gerade aus dem Urlaub von der holländische See zurückgekehrt, bedeutete ostentativ: „Aachen steht hinter Ihnen, wir feiern zusammen, wir halten zusammen. Wir lassen keinen Keil zwischen uns hauen”, spielt er auf die Demonstrationen an, die vor ein paar Monaten von rechtsgerichteten Kräften gegen den Moscheeneubau abgehalten wurden.

„Das ist ein Gebäude, das zusammenführt, die Uröcher und die Migranten”, sagte Philipp. Auch Ihsan Ünlü, der Generalsekretär des Ditib-Dachverbandes, der alle türkisch-islamischen Gemeinden Deutschlands unter einen Hut bringt, richtete seine Glückwünsche an die Aachener Gemeinde aus.

Während einer kleinen Talkshow, an der auch zwei Jugendliche aus Brand und zwei im Viertel groß gewordene Frauen sowie Ismail Celik, der vor 40 Jahren nach Deutschland einwanderte, Elisabeth Geusen und Achim Ferrari als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft „Yunus-Emre-Moschee” teilnahmen, unterhielten sich die Gäste mit „Talkmaster” Gerd Mertens vom Büro der Regionaldekane Aachen-Stadt und -Land über das Ostviertel, die Vielfalt im Quartier, die Zukunft des Moscheen-Zentrums und das Zusammenleben der Menschen im Viertel.

Zum Schluss segneten die Imame Yakub Kochan und Ebubekir Gölpinar gemeinsam mit dem katholischen Regionaldekan Josef Voß und dem evangelischen Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff den Rohbau. Rabbiner Max Mordechai Bohrer richtete schriftlich seine Glück- und Segenswünsche aus.

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