Aachen: OB und Rat setzen beim Quartier Büchel auf vereinte Kräfte

Aachen : OB und Rat setzen beim Quartier Büchel auf vereinte Kräfte

Ein Parkhaus, das eher früher als später abgerissen werden sollte. Ein neues Prostituiertenschutzgesetz, das in Aachen endlich umgesetzt werden muss. Ein ganzes Altstadtviertel, das umgestaltet werden soll. Am Büchel ist einiges zu tun.

Am Montag hat sich der Oberbürgermeister mit mehreren Planungspolitikern aus dem Aachener Stadtrat getroffen, um den weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens zu besprechen und einen Fahrplan für die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes auf den Weg zu bringen. Statt auf Konfrontation setzt man auf vereinte Kräfte. Das Gespräch, so war aus den Reihen der Planungspolitiker zu erfahren, wurde als konstruktiv empfunden.

Keine Bautätigkeit vor 2020

Allen Beteiligten sei bewusst, dass die Umgestaltung des Büchels ein langwieriger Prozess sei, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp im Gespräch mit den „Nachrichten“. „Uns allen ist klar, dass wir aufgrund der Komplexität in der nächsten Zukunft nicht mit einer Bautätigkeit rechnen können“, sagt Philipp. Vor 2020, so schätzt der Oberbürgermeister, wird sich am Büchel baulich nichts verändern.

Umso wichtiger sei, dass von den vielen Schritten, die noch notwendig sind zur Überplanung des Viertels, bald die nächsten getan werden. „Wir wollen jetzt noch einmal gezielt auf die Investoren zugehen“, sagt Philipp, um gemeinsam mit ihnen den Planungswettbewerb für den Bereich des Parkhauses auf den Weg zu bringen. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs, so Philipp, sei entscheidend für den Bebauungsplan.

Ein weiteres wichtiges Thema, das letztlich für die Weiterentwicklung des Büchels eine zentrale Rolle spielen wird, ist das erneuerte Prostituiertenschutzgesetz, das seit vergangenem Jahr in Kraft ist. „Das neue Gesetz ist mit erheblichen Anforderungen an die Stadtverwaltung verbunden“, sagt Marcel Philipp. Das Gesetz befasst sich mit Aspekten der Sicherheit und Gesundheit.

„Es wird eine deutlich stärkere Präsenz der Behörden vor Ort erwartet“, sagt Philipp. Stellen habe man zwar schon geschaffen, von einer Umsetzung des Gesetzes sei man aber noch weit entfernt. Inwieweit die Umsetzung letztlich Einfluss auf die Frage hat, ob der Rotlichtbezirk in der Antoniusstraße bleiben kann oder nicht, sei noch nicht abzusehen, sagt Philipp.

„Wir haben diese Frage ganz bewusst ans Ende des Prozesses gesetzt“, betont der OB. Beginnen soll der Prozess im Übrigen mit einem Workshop, an dem alle Akteure, also neben der Verwaltung und Politikern auch die Hilfseinrichtung für Prostituierte, Solwodi, teilnehmen soll.

Der Planungsausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung erneut mit dem Büchel befassen.

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