Aachen: Nur noch Tempo 30 auf dem Krugenofen?

Aachen: Nur noch Tempo 30 auf dem Krugenofen?

„Das ist schon eine ambitionierte Planung. Viel schneller geht es nicht.“ Mit diesen Worten brachte Stawag-Vorstand Peter Asmuth die Situation am Krugenofen auf den Punkt. Laut zu vernehmen war nämlich das Grummeln vieler Bürger über den Baufortschritt auf einer der wichtigsten Ausfallstraßen Aachens.

Ihre Befürchtung: Es dauert zu lange, bis die letzten Bauarbeiter die Hauptverkehrsader wieder verlassen. Bislang war nämlich von einer Fertigstellung am 1. Mai 2015 die Rede, jetzt spricht man vom 1. September 2015. Kaufmann Josef Stenten hatte für die Interessengemeinschaft Krugenofen in seinen Supermarkt eingeladen und zahlreiche Besucher folgten dem Forum zwischen den Verkaufsregalen. Stenten übereichte der Stadt zunächst mehr als 1200 Unterschriften für eine Verkürzung der Bauzeit.

Doch so einfach ist das nicht. Alle denkbaren Maßnahmen, etwa Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende, etwa samstags, werden so weit wie möglich schon vorgenommen oder werden schlicht und einfach von der Genehmigungsbehörde nicht erlaubt — es handelt sich um ein Mischgebiet. Dass die Baumaßnahme dringend notwendig ist, führte noch einmal Wolfgang Raabe vor, der zeigte, dass der 1890 errichtete Kanal im Krugenofen brüchig und dringend erneuerungsbedürftig ist. Das ginge am einfachsten, wenn man die Straße komplett sperren würde, die alten Leitungen und Kanäle herausreißen und neue legen würde. Doch dann wären die Anwohner und Geschäfte acht Monate ohne Gas, Wasser, Strom und Telekommunikationsleitungen. Das geht also nicht. Außerdem muss der Verkehr fließen, Rettungswagen und Feuerwehr müssen an jeden Einsatzort kommen können.

Eigentlich waren die Arbeiten erst für 2016 geplant, erläuterte Oberbürgermeister Marcel Philipp, doch wegen des Interesses der Entwickler großer Bauprojekte in Burtscheid an einem Fernwärmeanschluss habe man die Arbeiten aber vorgezogen. Und weil nun der Krugenofen, nachdem er im Auftrag der Stadtwerke auf links gedreht worden ist, wieder in einen vernünftigen Zustand gebracht werden muss, wird die Stadt anschließend den Oberflächenausbau vornehmen — in enger Abstimmung mit der Stawag und so schnell wie möglich.

Die Planungen laufen gerade an, am Mittwoch beschäftigte sich die Bezirksvertretung Aachen-Mitte mit dem Thema. Das Problem: Der Straßenquerschnitt ist mit 14 bis 17 Metern zu klein, um allen Verkehrsteilnehmern ausreichenden Raum zu bieten. Am meisten Platz für Radfahrer, Fußgänger, parkende und fahrende Aulos bleibt, wenn dort Tempo 30 eingeführt wird, für diese Variante plädiert auch die Verwaltung. Im Juni soll eine Bürgerinformation zu dem Thema stattfinden, im Herbst diskutiert und entschieden werden.

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