Aachen: Nur mit Bändchen: 4000 dürfen auf den Katschhof

Aachen : Nur mit Bändchen: 4000 dürfen auf den Katschhof

Früher, als Kind, ist er öfter mal aus dem Dom rausgeflogen, weil er auf den Kaiserthron geklettert war. Heute wird Jupp Ebert für „Dom im Licht“ extra eingeladen. Darüber freut er sich nach eigener Aussage wie ein „Perdsküttel“. Und er ist damit nicht alleine.

Die kunstvolle Illumination des Doms zu passender Live-Musik — in diesem Jahr ausschließlich von Aachener Künstlern — wurde bei der ersten Ausgabe 2015 nach einer Polizeischätzung von rund 6000 Menschen beklatscht. Am 3. November 2017 (Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr) werden es ziemlich genau 4000 sein, weil es das Sicherheitskonzept so vorsieht. Mit Bändchen, die jeder Besucher beim Eintritt auf den Katschhof vorzeigen muss, will Veranstalter Kurt Savelsberg sicherstellen, dass es nicht doch mehr werden als erlaubt.

Die Bändchen gibt es an drei Ausgabestellen nur am Samstag, 28. Oktober. Es sei zwar eine eher ruhige Veranstaltung, sagt der Schirmherr von Dom im Licht, Oberbürgermeister Marcel Philipp. Dennoch könnten Situationen mit Hektik entstehen und darauf müsse man vorbereitet sein. Deshalb, um einen Sicherheitspuffer zu haben, sei die Zahl der Besucher auf dem Katschhof für Dom im Licht auf maximal 4000 festgelegt worden. „5000 wäre für die Stimmung vermutlich die bessere Zahl gewesen. Wenn aber eines der unwahrscheinlichen Ereignisse passiert und jemand wird verletzt, dann haben Sie die falsche Zahl genannt.“

Als weitere Sicherheitsmaßnahme werden von den fünf Zugängen zum Katschhof zwei geschlossen. Über die Krämerstraße wird kein Zugang möglich sein, ebenso wenig über die „Beamtenlaufbahn“ rechts neben dem Rathaus. An den drei übrigen Eingängen werden Schleusen aufgebaut und Sicherheitspersonal platziert, um Taschen zu kontrollieren. Angetrunkene und „zweifelhafte“ Personen sollen keinen Zutritt erhalten. „Und es wäre schön“, sagt Veranstalter Kurt Savelsberg, „wenn ein Teil der 4000 Besucher ihre Haustiere zu Hause lassen würde.“ Bei der ersten Ausgabe hätten viele Besucher ihre Hunde mitgebracht und das führe schnell zu Problemen, fügte Stadtsprecher Bernd Büttgens hinzu.

Neuartige Beamer

Und dann hat Veranstalter Kurt Savelsberg noch eine gute Nachricht: „Es wird am 3. November nicht regnen.“ Zumindest sei diese Voraussage im Internet zu lesen. Bei der zweiten Auflage wird zur Projektion auf den Dom eine Technik genutzt, die in Europa bisher nur wenige Male zu sehen gewesen ist. Zehn neuartige Beamer kommen dafür zum Einsatz.

Die Musiker, rund 45 insgesamt, werden über drei Leinwände zu sehen sein. Unter ihnen ist etwa Saxophonist Heribert Leuchter, der außerdem Mitglied des Leitungskomitees für das musikalische Programm ist. Ebenso wie Harald Nickoll, der mit dem Chor Carmina Mundi teilnimmt. Nach Kompositionen von Leuchter wird die Musik fließend zum Chor übergehen. Carmina Mundi wird mit einer Endlosschleife eines „Irish blessing“ schließen, bei dem, so Nickoll, „jeder mitsingen kann“. Jupp Ebert wird an jenem Freitag singen, Lutz Felbick die Orgel spielen. Es sei in diesem Jahr eine der Besonderheiten: Ebert sei zum ersten Mal zu Klängen einer Kirchenorgel zu hören.

Gerade dass die Kirchenorgel in diesem Jahr außerhalb des Domes zu hören sei, könne man schon einmal extra erwähnen, findet Organist Felbick. Immerhin sei es rund 1200 Jahre her, dass die Orgel unter Ludwig dem Frommen hauptsächlich außerhalb des Domes gespielt worden sei — im, oder vielmehr vor dem Aachener Dom, der Stätte, in der die erste Kirchenorgel der Welt zu hören war. Im Jahr 2017 kommt zum zweiten Mal eine höchstwahrscheinlich beeindruckende Lichtshow dazu.