Aachen: Nur die Murmeltiere halten Winterschlaf

Aachen: Nur die Murmeltiere halten Winterschlaf

Von wegen Winterschlaf: Wer glaubt, im Tierpark Euregiozoo an der Oberen Drimborn­straße sei in den Wintermonaten nichts los, den belehrt Wolfram Graf-Rudolf eines Besseren. Denn seine Belegschaft ist quietschfidel und auch sehr fleißig - und zwar sowohl die tierische und als auch die menschliche.

„Im Winterschlaf sind einzig und allein die Murmeltiere”, erzählt der Tierparkchef. „Bei den Schildkröten, Präriehunden und Waschbären ist es eher eine Winterruhe.” Und sollte sich die Sonne doch mal über eine längere Zeit zeigen, „dann kommen auch die Waschbären raus und blinzeln in die Sonne”.

Etwas mehr Sonne wäre sicher auch den 26 festangestellten Tierpflegern recht, denn die arbeiten natürlich Sommer wie Winter an allen 365 Tagen im Jahr. Denn erstens hat auch der Aachener Tierpark an allen 365 Tagen - Weihnachten, Silvester und Neujahr inklusive -geöffnet, und zweitens „kann man ja einem Zebra nicht sagen: ,Heute gibts kein Futter, heute ist Silvester”, veranschaulicht Graf-Rudolf die Besonderheiten des Zoo-Alltags.

Doch neben den Tierpflegern sind derzeit auch viele Handwerker im Euregiozoo beschäftigt. Denn im Tierpark gibt es immer etwas zu tun. „Ich bin jetzt seit elf Jahren hier”, sagt Wolfram Graf Rudolf, „und seitdem bauen wir auch schon um.” Irgendwie sei der Tierpark wie der Dom: „Wirklich fertig ist er eigentlich nie.”

Aktuell wird derzeit ein neues Haus für Kapuzineraffen, Pinselohrschweine und Geparden eingerichtet. Die Außenanlage für diese Tiere soll noch bis zu den Sommerferien folgen. Dann tummeln sich etwa die afrikanischen Raubkatzen unter anderem dort, wo heute noch das alte Vogelhaus steht.

„In zwei Wochen beginnen wir mit dem Abriss”, kündigt der Tierpark-Chef an. Angst um die Vögel müsse deswegen aber niemand haben. „Vögel sind dort schon lange nicht mehr drin”, sagt Graf-Rudolf und zeigt auf das mehr als 30 Jahre alte Gebäude, „dort ist unsere Werkstatt untergebracht - noch.”

Nur wenige Meter von der künftigen Außenanlage für die Geparden entfernt steht ein weiteres neues Gebäude: das Schildkrötenhaus. Das vom Förderverein des Tierparks finanzierte Haus hat zwei Wohnungen. In die eine ziehen die europäischen Landschildkröten ein, die andere wird den neuesten Neuzugang des Euregiozoos beheimaten, nämlich vier Seychellen-Schildkröten. Doch weder die einen noch die anderen sind schon eingezogen.

Die Landschildkröten überwintern nämlich derzeit in einem Klimaschrank, in der stets die perfekte Temperatur, Frischluftzufuhr und Feuchtigkeit für deren Winterruhe herrscht. „Und die Seychellen-Schildkröten sind mit ihren zweieinhalb Jahren noch Babys, sie müssen noch etwas aufgepeppelt werden, bevor sie raus können”, sagt der Zoodirektor. Im März soll es soweit sein.

Im Tierpark ist also auch derzeit einiges los, und trotzdem beschreibt Wolfram Graf-Rudolf die Atmosphäre als „eher beschaulich”. Doch das liege nicht an den Tieren oder deren Pflegern, sondern an den Besuchern. „Natürlich kommen derzeit weniger.” Während im Sommer bis zu 40.000 Besucher im Monat gezählt würden, seien es nun vielleicht 10.000. Diese können den Tierpark dafür in aller Ruhe genießen.

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