Aachen: Nulltarif im Bus verfehlt die erhoffte Wirkung

Aachen: Nulltarif im Bus verfehlt die erhoffte Wirkung

Der Fahrpreis ist für die meisten Nutzer ein eher unbedeutender Faktor für die Entscheidung, auf Busse und Bahnen umzusteigen.

Dieses Ergebnis präsentierten die Kölner Verkehrswissenschaftler Torsten Geißler und Martina Jetzki auf einer Fachtagung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Aachen.

So zeige unter anderem das Beispiel aus Templin, Brandenburg, dass der Nulltarif im Nahverkehr keinen nennenswerten Umstieg von Autofahrern auf Busse nach sich gezogen habe. Dort wird die Busbenutzung indirekt über Kurbeiträge finanziert. Wegen der hohen Fixkosten im öffentlichen Nahverkehr sei der Nulltarif nach Einschätzung der Fachleute daher allenfalls als Werbemaßnahme bei der Einführung neuer Linien oder Verkehrsmittel sinnvoll.

Michael Servos, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, kann sich daher für die Einführungsphase der neuen Campusbahn „eine kostenlose Nutzung gut vorstellen, um das neue Angebot schnell zu etablieren und den Auslastungsgrad auf ein Niveau zu bringen, das wir im Regelbetrieb brauchen”.

Vor dem Hintergrund wegbrechender öffentlicher Zuschüsse halten es die SPD-nahen Verkehrsexperten zudem für erforderlich, neben Bus- und Bahnnutzern weitere Gruppen an den Kosten zu beteiligen. Dieses Modell sei kürzlich bei der Erschließung des Gewerbeparks „Am Butzweilerhof” in Köln umgesetzt worden.

Dort übernahmen örtliche Unternehmen den Großteil der Kosten für den Bau der Stadtbahntrasse. „Möglicherweise lassen sich so auch Teile der Investitionskosten für die Campusbahn refinanzieren”, meint Servos.

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