Aachen: Nizzaallee: Nun müssen die Sieger mit der Gießkanne ran

Aachen : Nizzaallee: Nun müssen die Sieger mit der Gießkanne ran

Einige Anwohner der Nizzaallee sahen etwas abgekämpft aus, dabei gab es endlich Grund zu feiern. Nach zwei Jahren Konfrontation mit dem Stadtbetrieb konnten sie sich durchsetzen und zusammen mit der Lousberg Gesellschaft den Erhalt der Rotdornbäume in ihrer Allee sichern.

Eine der ältesten und längsten Alleen dieser Baumart in Deutschland bleibt somit am Fuße des Lousberg erhalten.

Bürgerschaftliches Engagement: Anwohner und Vertreter der Lousberg Gesellschaft trafen sich am Samstag an der Nizzallee,. Foto: Ralf Roeger

„Das Ziel, dass wir die Nizzaallee mit diesem Baumbestand erhalten, ist schon einmal erreicht. Das ist ein gutes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement“, sagte Marianne Conradt, Bezirksbürgermeisterin von Aachen-Mitte. Bei einer kleinen Feier zwischen den nun blühenden Bäumen ging es am Samstagnachmittag aber auch darum, die Pflege der Rotdorne zu langfristig auf stabile Beine zu stellen. „Es gilt nicht nur für die Lousberg Gesellschaft, diese Bäume zu erhalten. Das ist eine Aufgabe für alle Bürger“, so Conradt.

Die charakteristischen Rotdornbäume der Allee sind dabei nicht gerade pflegeleicht. Dies war neben dem Käferbefall und dem Absterben einiger Bäume ein Grund für den Stadtbetrieb, vorerst 24 Rotdorne durch pflegeleichteren Apfeldorn zu ersetzen. Eine für Februar dieses Jahres angelegte Fällaktion wurde jedoch von den Anwohnern verhindert. Im Gegenzug werden sie nun Patenschaften für die Pflege der Bäume übernehmen, so dass diesen ein möglichst langes Leben in der Allee ermöglicht werden soll.

Die Freiwilligen werden fortan ihren Rotdorn unter der fachlichen Anleitung der Lousberg Gesellschaft düngen, gießen und stutzen. Es sollen in den kommenden Jahren sogar noch weitere Bäume gepflanzt werden, damit der Charakter der Allee auch erhalten bleibt. „Bei der Haushaltssituation der Stadt werden wir immer mehr privat erhalten müssen. Und dass wir das leisten können, kann man an der Buchenallee sehr gut sehen“, betonte Axel Deubner, Ehrenvorsitzender der Lousberg Gesellschaft.

Die 1906 angelegte Allee ist Zeit ihres Bestehens ein zuverlässiger Anziehungspunkt für viele Baumfreunde. Zu ihrem Schutz arbeitet die Lousberg Gesellschaft auch daran, dass sie ins Alleenkataster des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen wird.

Mit rund 11.000 Euro beteiligt sich die Gesellschaft nun am Erhalt und der Pflege der Rotdorne, welche durch Verunreinigungen im Boden und Verdichtung aufgrund des Autoverkehrs auch notwendig sein wird.

So können sich nicht nur die Gemüter der Anwohner, sondern auch die Bäume selbst von den Strapazen der vergangenen Jahre wieder etwas erholen.

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