Nicht nur in Aachen geht "Fridays for Future" auf die Straße

Vierter weltweiter Streiktag : Was Sie zur „Fridays for Future“-Demo am Freitag wissen müssen

Die Vorboten sind in Aachen schon seit geraumer Zeit auf Stickern und Plakaten zu erkennen: Unter dem Motto „#NeustartKlima“ ruft „Fridays for Future“ für Freitag zum nächsten globalen Streiktag auf. Ein paar Fragen und Antworten.

Aufmerksame Beobachter haben die Vorboten schon seit geraumer Zeit in Aachen entdeckt. „#NeustartKlima“ ist an immer mehr Orten im Stadtgebiet zu lesen – wahlweise auf Stickern, mal auf Plakaten. Einen solchen Neustart wünschen sich die Aktivisten von „Fridays for Future“: Zu ihren Forderungen gehört unter anderem eine Neuauflage der Klimawende – und zwar so schnell wie nötig. Wie ernst es ihnen damit ist, wollen sie am Freitag, 29. November, zeigen. Dann ruft „Fridays for Future“ zum vierten Mal zum internationalen Streiktag auf. In unserer Region konzentrieren sich die Aktionen vor allem auf Aachen. Ein paar Fragen und Antworten.

Warum ruft „Fridays for Future“ zum globalen Streiktag am 29. November auf?

Die Jugendbewegung will den Druck vor Beginn der UN-Weltklimakonferenz am 2. Dezember erhöhen. In Madrid kommen dann Vertreter aus 200 Ländern zusammen, um über die weitere Umsetzung des 2015 in Paris vereinbarten Klimaabkommens zu beraten. Nach Ansicht von „Fridays for Future“ steht Deutschland in diesem Zusammenhang „mit leeren Händen“ da. Die Bundesregierung habe trotz vermehrter Demonstrationen ein „lächerliches Klimapaket“ vorgelegt, heißt es in dem Protestaufruf: „Das akzeptieren wir nicht!“ In Nordrhein-Westfalen sind mehr als 70 Demonstrationen angekündigt, in ganz Deutschland sind es knapp 500. In unserer Region konzentriert sich der Protest vor allem auf Aachen. Auch in Heinsberg (9 Uhr vor der Kreisverwaltung Heinsberg) und in Düren (10.30 Uhr vor dem Papiermuseum) gehen die jeweiligen Ortsgruppen auf die Straße.

Was ist in Aachen geplant?

Dieses Mal soll es nicht nur bei der klassischen Kundgebung mit anschließender Demonstration bleiben. Bundesweit wollen die Aktivisten ihren Protest „in Klassenzimmer und Parteibüros, in Einkaufszentren und auf öffentliche Plätze, zu Infrastrukturprojekten und auf Straßenkreuzungen“ tragen, kündigt die Bewegung im Internet an. In Aachen sollen in der Fußgängerzone Adalbertstraße ab 12 Uhr Passanten, die am „Black Friday“ einkaufen, für die Konsequenzen des „Überkonsums“ sensibilisiert werden. Ab 13 Uhr beginnt dann die Auftaktkundgebung am Elisenbrunnen, von wo aus um 14 Uhr der Demonstrationszug (Elisenbrunnen – Karlsgraben – Theaterstraße – Wilhelmstraße – Heinrichsallee –Hansemannplatz – Peterstraße – Elisenbrunnen) startet. Dann soll es auch Aktionen des zivilen Ungehorsams geben. Bis in den späten Abend gibt es am Elisenbrunnen Infostände, Kleidertauschaktionen und zum Ausklang eine Tanzparty. Wie viele Menschen „Fridays for Future Aachen“ mobilisieren wird, kann die Ortsgruppe nach eigenen Angaben nur schwer abschätzen. Bei der Polizei angemeldet sind lediglich 500 bis 1000 Teilnehmer. Bei den zurückliegenden globalen Streiktagen demonstrierten jedoch immer deutlich mehr Menschen in Aachen als zunächst angenommen.

Mit welchen Beeinträchtigungen müssen Pendler rechnen?

Der Verkehr dürfte am Nachmittag durch den Protestmarsch zumindest stellenweise lahmgelegt werden. Der Veranstalter hat angekündigt, während des Demonstrationszugs vor allem an zentralen Knotenpunkten wie dem Hansemannplatz und dem Kaiserplatz „Die-ins“ zu veranstalten, eine Aktionsform, bei der sich Demonstranten auf ein Signal hin plötzlich wie tot auf den Boden legen, in diesem Fall, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Klimawandel schon jetzt Menschen das Leben kostet. Da der Aachener Elisenbrunnen an diesem Tag Dreh- und Angelpunkt der Aktionen ist, dürfte sich das zumindest teilweise auf den öffentlichen Nahverkehr auswirken. Fahrgäste sollten mit Verspätungen rechnen, warnt Paul Heesel, Sprecher des Aachener Nahverkehrsanbieters Aseag. Die Aseag werde die Fahrgäste kurzfristig informieren und am Elisenbrunnen verstärkt Servicekräfte einsetzen.

Und was machen die Studenten?

Seit Montag läuft an zahlreichen Hochschulen in Deutschland die „Public Climate School“. Der Ableger „Students for Future“ hatte dazu aufgerufen, vom 25. bis 29. November den regulären Lehrbetrieb zu bestreiken und stattdessen Veranstaltungen anzubieten, an denen nicht nur Studenten teilnehmen sollen. An der Universität Köln finden mehr als 50 Vorträge und Workshops zu Klimafragen statt. An der RWTH Aachen sind es mit etwa einer Veranstaltung am Tag deutlich weniger.

Wer ist sonst noch dabei?

„Fridays for Future“ mobilisiert längst nicht nur Schüler, sondern zunehmend auch Erwachsene. Am Aktionstag nehmen zudem die Ableger „Scientists for Future“, „Parents for Future“ und „Artists for Future“ teil. Unterstützung gibt es auch von „Extinction Rebellion“.

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