Aachen: Nicht nur die Mundartszene trauert um Schängche-Mitglied Hilde Barner

Aachen : Nicht nur die Mundartszene trauert um Schängche-Mitglied Hilde Barner

Die Trauer reicht weit über die Mundart-Szene hinaus. Auch wenn Hilde Barner hier zu Hause und in ihrem Element war. Aber dafür war sie einfach zu beliebt in dieser Stadt. Am Mittwoch der vergangenen Woche ist Hilde Barner für den Freundes- und Familienkreis vollkommen unerwartet gestorben.

Sie war so etwas wie die verkörperte gute Laune, stets verbindlich und charmant. Das machte sie auch bei der Stadtverwaltung zu einer überaus beliebten Kollegin, die viele Jahre im städtischen Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration arbeitete.

Der Öffentlichkeit war sie aber vor allem über ihr Engagement in der Mundartszene bekannt. Hier wirkte sie im Grunde auf allen Bühnen, die den Reiz des Öcher Platt ausmachen. Bekannt wurde Hilde Barner zunächst als Autorin reizender Platt-Gedichte unter dem Pseudonym „Adele“. Als Vortragende war sie gern gesehener Gast unter anderem beim Thouet-Mundartpreis. Offensichtlich überzeugte sie dabei auch das entsprechende Kuratorium, denn ihr wurde eine Ehre wie nur wenigen zuteil: Sie erhielt gleich zwei Mal den Thouet-Mundartpreis. 1989 ganz persönlich für ihr breit aufgestelltes Mundart-Engagement, drei Jahre zuvor aber schon als Mitglied der Aachener Puppenbühne.

Diese darf man als ihre große Liebe bezeichnen. Bereits als kleines Mädchen wurde sie mit zum Schängche genommen, wo sie — so erzählte sie später einmal — vor allem den Nieres als besten Freund des Schängche mochte. Ihre warme Stimme passte später natürlich viel besser zu den weiblichen Figuren des Stockpuppen-Ensembles. Hier war es vor allem das Jretchen, dem Hilde Barner zu einer Stimme und einem ganz eigenen Charakter verhalf. Aber auch die Tant Hazzor, Prinzessinnen und diverse Tierrollen bekamen so jede Menge „Hazz än Siel“.

Verheiratet war die 64-Jährige mit dem früheren städtischen Schulamtsdirektor Peter Barner, der im Juli 2012 starb. Mit ihm teilte sie die intellektuelle Sichtweise auf unsere Stadt, aber auch die humorvolle, die das Ehepaar stets bei den Karnevalsvorstellungen der Puppenbühne unter Beweis stellte. Anfang des Jahres hatte sich Hilde Barner von der Puppenbühne verabschiedet.

(hpl)
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