Aachen: Nicht alle Stationen glänzen mit Sauberkeit

Aachen : Nicht alle Stationen glänzen mit Sauberkeit

Die Qualität von 153 rheinländischen Bahnstationen ist akzeptabel. Zu diesem Ergebnis kommt der Stationsbericht des Nahverkehr Rheinland (NVR) für das Jahr 2014. Das sind rund 80 Prozent aller getesteten Stationen. Aachen kommt im Schnitt nicht ganz so gut weg.

Von fünf Stationen — West, Schanz, Hauptbahnhof, Rothe Erde und Eilendorf — sind zwei lediglich mit „noch akzeptabel“ bewertet worden.

West und Eilendorf heißen die beiden Stationen auf städtischem Gebiet, die schlechter abgeschnitten haben. Insgesamt bekamen knapp unter 20 Prozent das Prädikat „noch akzeptabel“. Zur Bewertungsgrundlage der Stationen gehörten beispielsweise vorhandene Ausstattungsmerkmale. Je nach Zustand sind sie mit 0-74 Prozent (nicht akzeptables Erscheinungsbild), 75-89 Prozent (noch akzeptabel), 90-99 Prozent (kleinere, zu vernachlässigende Mängel/akzeptabel) oder 100 Prozent (vollkommen akzeptabel) bewertet worden.

Im Endergebnis schloss die Station Rothe Erde mit 96,5 Prozent, der Hauptbahnhof mit 96 Prozent und Schanz mit 93,3 Prozent ab. Aachen West kommt auf 88,1 Prozent und Eilendorf auf 86 Prozent. Das Problem in West ist laut Bericht vor allem das Erscheinungsbild der Beschilderung, die die Prüfer nicht mehr durchgehen lassen wollten. Gerade noch in Ordnung sind Sauberkeit und Funktionalität der Schilder auf dem Westbahnhof. Ebenfalls keine Bestnoten bekamen dort die Sauberkeit des Eingangsbereichs und die Funktionalität der Abfalleimer. In Eilendorf fallen vor allem die Vitrinen negativ auf. Funktion und Erscheinungsbild sind schlecht (unter 83 Prozent), die Sauberkeit mittelmäßig (zwischen 83 und 90 Prozent). Außerdem ist offenbar die Uhr defekt. Der Zugangsbereich ist mit Graffiti beschmiert.

2600 Passagiere pro Tag

Am Westbahnhof stiegen 2013 an einem Werktag durchschnittlich 2600 Passagiere zu. Dort fahren Züge der Linien RE 4, RB 20 und RB 33. In Eilendorf ist weniger Verkehr. Rund 400 Fahrgäste fuhren 2013 ab dort. Es halten die Linien RE 1, RE 9 und RB 20. Ausdrücklich hingewiesen wird in dem Bericht übrigens darauf, dass Mängel nicht zwingend im Verantwortungsbereich der Bahn liegen. Es können auch ein Stationsbetreiber, die Kommune oder „private Anlieger“ zuständig sein.

Kriterien, die in der Wertung nicht berücksichtigt wurden, sind in den Aachener Stationen ebenfalls verbesserungswürdig. So verfügt die Station Aachen-Schanz weder über eine Info- oder Notrufsäule, noch über Videokameras. Die sind am Westbahnhof zwar vorhanden, dafür fehlt dort ein Wegeleitsystem ebenso wie Aufmerksamkeitsfelder für Sehbehinderte und Blindenleitstreifen. In Eilendorf fehlen Blindenleitstreifen, Aufmerksamkeitsfelder, Wegeleitsystem, Info-/Notrufsäulen und Videokameras. Netzplan und Tarifinformationen sind dort nur teilweise vorhanden.

Geht es um einen stufenfreien Zugang zu den Stationen, ist die Haltestelle Aachen-West ganz durchgefallen. Kein Bahnsteig, so der Bericht, ist dort stufenfrei erreichbar. Einen Plan für einen Ausbau gibt es noch nicht. Angestoßen ist lediglich, aus dem Problem ein Projekt zu machen — falls es Fördermittel aus einer möglichen Nachfolge zur Modernisierungsoffensive 2 gibt. Der Bahnhof Eilendorf soll in einigen Jahren einen neuen, zentralen Zugang für beide Gleise erhalten, teilte die Stadt Aachen mit.

Vier Stationen wiesen derart viele Mängel auf, dass ihr Erscheinungsbild im Bericht als nicht mehr akzeptabel eingestuft worden ist: Arsbeck (81,9 ), Hückelhoven-Baal (77,3 ), Köln-Worringen (69,1 ) und Stotzheim (79,1 ). Insgesamt ist das Ergebnis dennoch besser ausgefallen, als noch im ersten Jahr der Bewertung 2013. Damals wurden 125 Stationen als akzeptabel, 38 als noch akzeptabel und 24 als nicht mehr akzeptabel einsortiert.