Städteregion: NGG: Oft wird der Mindestlohn nicht gezahlt

Städteregion : NGG: Oft wird der Mindestlohn nicht gezahlt

Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gibt es in der Städteregion weiterhin Unternehmen, die ihren Beschäftigten weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 8,84 Euro pro Stunde zahlen.

Die NGG verweist auf eine Bilanz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Aachen. Die Beamten leiteten im vergangenen Jahr 64 Ermittlungsverfahren gegen Arbeitgeber wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz ein. Nach Einschätzung der Gewerkschaft ist das jedoch lediglich die Spitze des Eisbergs.

Die Dunkelziffer liege deutlich höher. „Es kann nicht sein, dass im dritten Jahr nach seiner Einführung noch immer viele Menschen unterhalb des gesetzlichen Minimums verdient haben“, kritisiert Regionalchefin Diana Hafke.

Wie groß das tatsächliche Ausmaß der Mindestlohn-Prellerei sei, zeige eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Danach erhielten im Jahr 2016 bundesweit rund 1,8 Millionen Beschäftigte weniger als den Mindestlohn. Hafke beklagt zugleich eine mangelnde Kontrolldichte. „2017 wurden im gesamten Bereich des Aachener Zolls 167 Betriebe der Branche geprüft. Allein in der Städteregion gibt es jedoch 967 Hotels, Gaststätten und Restaurants.“