Aachen: „Newcomer Friday Night“: Aachen-Quiz für Zugezogene

Aachen : „Newcomer Friday Night“: Aachen-Quiz für Zugezogene

Eine gute Band mit fetziger Musik, ein großer Saal und leckere Häppchen sollten doch genau das Richtige sein, um Aachens „Newcomer“, also die Neubürger, zu begrüßen, hatte Stephan Schäfer vom „Newcomer Service“ der Stadt Aachen gedacht.

„Doch meinem Chef war das nicht genug“, erzählte er den Gästen bei der ersten „Newcomer Friday Night“ im großen Saal des Franz in der Franzstraße. Und so hatte Schäfer zusätzlich ein Quiz entwickelt, das die Kenntnisse der Neuankömmlinge erweitern sollte und zudem noch lustig war.

Es darf geraten werden: Zwölf Teams treten beim großen Aachen-Quiz gegeneinander an. Erst im Stechen sichert sich das Team „The Glasses“ den Sieg. Foto: Ralf Roeger

Da wurde nach dem Klenkesgruß gefragt, nach der Herkunft des Wortes „Katschhof“, nach der Temperatur Aachener Thermalquellen und nach vielem mehr. Und ganz nebenbei erfuhren die „Newcomer“, dass die Deutschen sogenannte Vereinsmeier sind, ihre Schrebergärten und Gartenzwerge lieben und auch bei den Steuern so etwas wie Weltmeister sind. Über 70 Prozent der entsprechenden Fachliteratur ist laut Quiz auf Deutsch. Und da die „Newcomer“ eben „Newcomer“ sind, und damit offensichtlich nicht vorausgesetzt werden kann, dass sie Deutsch sprechen, fand das Quiz auf Englisch statt.

„The Glasses“ gewinnen

Zwölf Teams mit Namen wie „AC Explorers“, „Au Banan“ oder „Öcher Verbröcher“ hatten sich im Vorfeld gebildet, und gegen Quiz-Ende wurde es so richtig spannend. Erst nach einem Stechen stand die Reihenfolge der Sieger fest. „The Glasses“ auf dem ersten Platz, gefolgt von den „AC Explorers“ und den „Shadow Dragons“.

„Die Leute hatten richtig viel Spaß“, sagte Schäfer. Mit dem „Newcomer Service“, der beim Fachbereich Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten angesiedelt ist, will die Stadt Aachen den Zugezogenen die Chance geben, Aachen und Umgebung kennenzulernen und ihnen Gelegenheit bieten, neue Kontakte zu knüpfen. Dass nach dem Fest die eine oder andere Telefonnummer ausgetauscht wurde, freute Schäfer ganz besonders. Stehtische im Saal und ein kaltes Buffet luden zudem dazu ein, ins Gespräch zu kommen. Und Sprachen hörte man dabei viele, selten allerdings Deutsch. Das Publikum war jung und bunt gemischt, viele Nationalitäten hatten sich im Franz eingefunden. „Aber nur ein Viertel sind Studenten“, sagte Schäfer. Die meisten arbeiten in Firmen. Sie in Aachen zu halten, ist laut Schäfer mit Blick auf den Fachkräftemangel das große Ziel.

Und so setzte er alles daran, mit dem Quiz auch ein bisschen Öcher Flair zu verbreiten. Begriffe wie „Hellijehüssje“ (Kneipe), „Bölles“ (schwerer Mann) und „Ömmesönslömmel“ (Schnorrer) sorgten im Saal für Heiterkeit. Auf einer großen Leinwand neben der Bühne ergänzten immer wieder neue Bilder die Quizfragen. An den Tischen steckten die Teams die Köpfe zusammen und suchten nach den richtigen Antworten.

Rund 160 „Newcomer“ hatten sich angemeldet, einige von ihnen kamen aber erst zum gemütlichen Teil des Abends. Denn nach dem Quiz konnte getanzt werden und zwar nach der Musik von „Famous Funky Python“. Mit der Resonanz auf die „Newcomer Friday Night“ war Stephan Schäfer sehr zufrieden. „Viele haben mich gefragt, wann denn die nächste Party ist“, sagte er. Aber das Angebot des „Newcomer Service“ beschränkt sich nicht allein darauf. Über das ganze Jahr verteilt lädt er die Neuankömmlinge immer wieder ein, Aachen und Umgebung zu entdecken.

Laut Schäfer sind solche Ausflüge für die „Newcomer“ enorm wichtig. „So bekommen sie die Chance, neue Leute kennenzulernen, und sie erfahren, welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung es in Aachen und Umgebung gibt“, meinte er.

Echte Öcher dabei?

Sollte allerdings jemand unter den Gästen gewesen sein, der alle Quizfragen beantworten konnte, so war das sicherlich ein echter Öcher, der sich da eingeschlichen hatte.

Die Informationen, die das Quiz lieferte, waren allemal beachtenswert. So erfuhren die „Newcomer“ auch, dass das Nachrichtenbüro Reuters 1850 in Aachen gegründet wurde. Das damalige Geschäftsmodell: Brieftauben übermittelten Aktiendaten nach Brüssel.

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