Kornelimünster: Neun Flüchtlinge sind schon wieder abgereist

Kornelimünster : Neun Flüchtlinge sind schon wieder abgereist

Die ersten neun Flüchtlinge haben am Mittwochmorgen ihre Lager im Inda-Gymnasium schon wieder geräumt. Um neun Uhr machten sie sich per Zug auf den Weg nach Dortmund, um von dort aus auf Kommunen in NRW verteilt zu werden.

Die übrigen 291 sollen zeitnah folgen. Wann genau das Gymnasium wieder frei sein wird, konnte Beigeordneter Manfred Sicking am Mittwochmorgen nicht sagen. Darüber habe sich die verantwortliche Bezirksregierung Arnsberg in einer Konferenz nicht geäußert. Nach alternativen Unterkünften für eine längere Aufenthaltsdauer der 300 werde laut Sozialamtsleiter Heinrich Emonts aber nicht mehr gesucht.

„Aachen hat als Notunterkunft des Landes NRW fungiert“, erklärte Sicking. Es handele sich nicht um eine reguläre Zuweisung von Flüchtlingen. Insofern sei man eine Außenstelle der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund. Die hatte am Montag ein Aufnahmestopp verhängt, worauf innerhalb von 24 Stunden mehrere Hundert Flüchtlinge in Notunterkünften unter anderem in Aachen untergebracht wurden. Mittlerweile ist der Aufnahmestopp wieder aufgehoben.

Im Inda-Gymnasium waren am Montagabend 140, am Dienstagabend noch einmal 160 Menschen in Klassenräumen und der Turnhalle einquartiert worden. „Es handelt sich vor allem um Albaner, Syrer und Gambier“, sagte Emonts. Das seien generell die Hauptherkunftsländer von in Aachen untergebrachten Flüchtlingen. Unter den 300 Hilfsbedürftigen seien 80 Kinder. Der Gesundheitszustand sei insgesamt gut, unter den Menschen seien nicht viele Patienten.

Die Aachener Feuerwehr habe am Mittwochmorgen um acht Uhr Kollegen aus Euskirchen abgelöst, die ihrerseits die Aachener am Dienstagmorgen abgelöst hatten, sagte Jürgen Wolff, Leiter der Berufsfeuerwehr Aachen. Am Dienstag sei die Wehr 24 Stunden im Einsatz gewesen und das erwarte man auch für den Mittwoch. Immerhin: „Seit 7.30 Uhr fahren wir mit beschränkten Strukturen im Vergleich zu den Vortagen“, sagte Wolff am Mittwoch. Konkret bedeute dies, die Zahl von deutlich über 80 Einsatzkräften, die noch zu Beginn der Woche im Einsatz waren, habe sich auf 40 reduziert. Noch vor rund einem Jahr hatte die Feuerwehr eine Notunterbringung im Inda-Gymnasium mit circa 100 Personen im Rahmen eines Landeskonzepts geübt. Das habe sich bei dem aktuellen Einsatz an der ein oder anderen Stelle bezahlt gemacht.

Vor Ort sind außerdem vor allem das Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser im Einsatz. Ab Donnerstagmorgen, neun Uhr, soll die Bezirksregierung Köln übernehmen und die Leitung der Flüchtlingsunterkunft an den Landesverband der Malteser übertragen. Es handele sich dabei nicht zwingend um Kräfte aus Aachen, sagte Wolff.

Überwältigend sei die Unterstützung aus der Bevölkerung. Emonts: „Wir haben so viele Dolmetscher für alle Sprachen, die wir brauchen, dass wir einige schon wieder nach Hause schicken mussten.“ Auch Spielzeug und Kleidung etwa seien in ausreichendem Maße vorhanden. Nun werde vor Ort erst einmal nichts mehr angenommen. Wer immer noch helfen wolle, ob mit Spenden oder persönlicher Hilfe, den bittet er, sich an die Hilfsorganisationen in Aachen oder etwa die Internetseite www.unserac.de zu wenden. Die Verwaltung könne die Menge an Hilfsangeboten nicht koordinieren.

Von einer ähnlich positiven Grundstimmung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Inda-Gymnasiums berichten auch Bezirksamtsleiterin Rita Claßen und der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Kornelimünster/Walheim, Ladislaus Hoffner (SPD). Beide hätten in Gesprächen mit der Bevölkerung bisher kaum negatives Feedback bekommen. Die meisten signalisierten Hilfsbereitschaft. Ähnlich schließlich auch die Situation unter den Flüchtlingen selbst, sagte Hoffner. „Bei den Ankommenden gibt es keinen Frust, eher Dankbarkeit. Ich hoffe, dass es in den kommenden Tagen so gut bleibt und weiterläuft.“

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