Aachen: Neujahrsempfänge: Krenkel bringt Mehrzweckhalle ins Gespräch

Aachen : Neujahrsempfänge: Krenkel bringt Mehrzweckhalle ins Gespräch

Kurz nach Beginn des neuen Jahres finden in den Außenbezirken traditionell Neujahrsempfänge statt. Im Folgenden sind die Veranstaltungen in Laurensberg, Richterich, Brand, Eilendorf, Kornelimünster/Walheim und Forst zusammengefasst.

Laurensberg

Gestalteten den Neujahrsempfang im Sitzungssaal des Eilendorfer Bezirksamtes: Weihbischof Johannes Büttgens, Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler und Bezirksamtsleiter Martin Freude (r.). Foto: Ralf Roeger

Im gut gefüllten Vereinsheim der gastgebenden St. Laurentius Schützenbruderschaft Aachen-Laurensberg versammelten sich die Vertreter vieler Vereine, Organisationen und etliche Ratsmitglieder zur politischen Auftaktveranstaltung für das neue Jahr.

Ein Prosit auf das Jahr 2016: Laurensbergs Bezirksbürgermeister Christian Krenkel (2.v.r.) stößt mit Manfred Rosenstock (l.), Helga Effes und Bernd Casper (3.v.r.) an. Foto: Andreas Schmitter

Waren es im vergangenen Jahr noch die Attentate auf die Redaktion von Charlie Hebdo, so trugen diesmal die Ereignisse in Paris und Brüssel Ende des Jahres sowie die Vorkommnisse in der Silvesternacht in Köln zum Stimmungsbild der anwesenden Politiker bei.

Standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs in Kornelimünster: Michael Hermanns, Bezirksamtsleiterin Rita Claßen und Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen (von links). Foto: Günther Sander

Auch für seinen Stadtteil war und bleibt das Thema Flüchtlingskrise im politischen Alltag vorherrschend. Krenkel dankte den Vereinen, Bürgern und ehrenamtlichen Helfern und zeigte sich sehr angetan von der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Menschen, die dafür sorgten, dass sich Flüchtlinge auch in Laurensberg willkommen fühlen könnten. Gleichwohl mahnte er, in Zukunft nicht nachzulassen, wenn es darum ginge, diese Menschen in unsere Mitte aufzunehmen.

Hielten beim Neujahrsempfang in Brand Reden: Wolfgang Müller (l.), Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns und Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders (r.). Foto: Günther Sander

Darüber hinaus stellte Krenkel den Stadtteil Laurensberg als sehr erfolgreich dar. Viele Menschen von außerhalb würden versuchen, sich hier anzusiedeln. Der weitere Ausbau des Campus Melaten mit all der verbesserten Infrastruktur könne sich ebenfalls positiv auf die Gestaltung von Laurensberg auswirken. Andererseits vermied er es nicht, den vorhandenen Investitionsstau anzusprechen, den es trotz knapper Kassen abzubauen gelte. Bei all dem erteilte Krenkel Denkverboten eine klare Absage. „Bei den anstehenden Aufgaben ist es wichtig, in alle Richtungen zu denken, keine Idee von vornherein abzutun“, plädierte er für ein offenes Verfahren.

Neujahrsempfang im Schloss Schönau: Werner Feil, Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz, Leo Pontzen und Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne (von links). Foto: Ralf Roeger

Als Beispiel schwebte ihm eine Multifunktionshalle vor, möglicherweise mit Nähe zum Tivoli, „der ja bekanntlich auf Laurensberger Gebiet steht“. Sein Dank galt aber auch seinen politischen Mitstreitern der Bezirksvertretung, die vor Ort eine tolle Arbeit ablieferten und über die in der Bevölkerung zu Unrecht viele negative Vorurteile kursierten. Das politische Ehrenamt werde noch zu wenig gewürdigt, die Arbeit sei zeitintensiv und nicht immer einfach. Helga Efes, Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Laurensberger Vereine, machte auf das 22-jährige Bestehen des Laurensberger Straßenkarnevals in dieser Session aufmerksam und warb für die Veranstaltung am 6. Februar ab 11.11 Uhr vor dem Bezirksamt Laurensberg.

Richterich

20 Jahre Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt und 200 Jahre St. Hubertus-Schützenbruderschaft: Das sind die zwei großen Jubiläen, die in diesem Jahr in Richterich anstehen. Beim Neujahrsempfang der Bezirksvertretung in Schloss Schönau nahmen die Gäste diese zwei Ereignisse besonders in den Blick.

Als Koordinatorin des AWO-Begegnungszentrums für Senioren gab Marianne Kuckelkorn einen Abriss über die Seniorenarbeit in Richterich. Dass sie die Zielgruppe bei 50 plus ansetzte, sorgte für ein Raunen in den Reihen ihrer Zuhörer. „Jeder will alt werden, aber keiner will alt sein“, fuhr sie fort und plädierte dafür, die „Weisheit des Alters zu erkennen und nicht nur die Defizite zu sehen“. „Es wäre schön, wenn wir eine inklusive Gesellschaft wären, und das nicht nur auf dem Papier“, sagte sie weiter. Ihr Dank galt all jenen, die es möglich gemacht haben, das Jubiläum der AWO-Begegnungsstätte zu feiern.

Leo Pontzen richtete seinen Dank als Vorsitzender des Festausschusses des Schützenvereins an alle Aktiven und Vorstände, die den Schützenverein zu dem gemacht haben, was er ist. Vom 5. bis 8. Mai wird das 200-jährige Bestehen ganz groß gefeiert. Dafür bat Pontzen schon jetzt um rege Teilnahme. Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne hatte zu Beginn einen Blick auf das vergangene Jahr geworfen. „Wir können stolz sein auf unseren Stadtbezirk“, meinte sie vor allem auch mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen und verwies auf das Willkommensbanner an der Kirche.

Brand

Auch wenn sie dem närrischen Treiben nicht offiziell verpflichtet sind, bietet es sich geradezu an, Brands Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns, Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders und den Vorsitzenden des Bürgervereins, Wolfgang Müller, als Brander Dreigestirn zu bezeichnen, denn traditionell hatten sie gemeinsam zum Neujahrsempfang eingeladen und hießen daher auch im Dreierpack die überaus zahlreichen Gäste im Sitzungssaal des Bezirksamtes willkommen.

Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Wolfgang Sanders, der die Gelegenheit nutzte, den Mitarbeitern des Bezirksamtes für ihr Engagement zu danken, blickte Peter Tillmanns auf die Situation des Stadtbezirks und hob die in Kürze beginnende Umgestaltung des Marktplatzes, die im Bau befindliche neue Turnhalle der Marktschule, aber auch künftige Entwicklungen wie das Vennbahn-Center oder die mittelfristig anstehende Bebauung des Geländes der ehemaligen Tuchfabrik Becker hervor.

Für ihr bürgerschaftliches Engagement ehrte er Ulrike Oppermann und Professor Michael Ziemons in besonderer Weise. Von Wolfgang Müller gab es Rückblick und Ausblick aus Sicht des Bürgervereins. Er strich die vielfältigen Aktivitäten des Bürgervereins auf den verschiedenen Arbeitsfeldern des Brander Gemeinwesens heraus und blickte unter anderem auf das erfolgreich angelaufene Projekt „Mobilität Brander Senioren“, das der Bürgerverein im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat, um der demografischen Entwicklung im Stadtbezirk Rechnung zu tragen. Für die Brander Ortsvereine und Institutionen sprach Bernd Etschenberg, Kommandant der Prinzengarde Brander Stiere, die Grußworte.

Eilendorf

Mit rund 150 Gästen war der Neujahrsempfang im Sitzungssaal des Eilendorfer Bezirksamtes überaus gut besucht, so dass sich etliche Gäste mit einem Stehplatz begnügen mussten.

Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler konnte mit dem Aachener Weihbischof Johannes Bündgens, der in diesem Monat auf Visitationsbesuch in Eilendorf ist, einen besonderen Ehrengast begrüßen. Sie nutzte ihre Rede unter anderem dazu, denen zu danken, die durch ihren unermüdlichen Einsatz Positives für den Stadtbezirk bewirken, ohne dabei im Rampenlicht zu stehen. „Szenenapplaus“ gab es, als sie zahlreiche Bewohner aus dem Übergangswohnheim in der Hansmannstraße begrüßte. Sie umriss mit einer Bildpräsentation wichtige Eckpunkte des Geschehens in Eilendorf, wie die Einweihung der aufwendig geplanten Freiflächen im Neubaugebiet Breitbenden, den Umbau des Bezirksamtes zu einem bürgerfreundlichen, barrierefreien Servicecenter, die Standortsuche für das von vielen Eilendorfern gewünschte Naturschwimmbad und die Fertigstellung des ersten Abschnitts der Renaturierung des Haarbachs.

Darüber hinaus ehrte sie eine Reihe von Eilendorferinnen und Eilendorfern für deren bürgerschaftliches Engagement wie etwa den Bauunternehmer Josef Hansen, der sich mit großem Nachdruck und hohem persönlichen Einsatz für die Sanierung und Neugestaltung des Ehrenmals in der Marienstraße eingesetzt hat.

Der Schluss des Neujahrsempfangs gehörte traditionell den Eilendorfer Sternsingern, die mit ihrem Segensspruch und dem Lied „Stern über Bethlehem“ die Besucher erfreuten. Die zeigten sich bei der anschließenden Sammlung nicht knauserig und spendeten getreu dem diesjährigen Motto der Sternsinger „Segen bringen, Segen sein“ kräftig für die Kinder in Bolivien.

Kornelimünster/Walheim

Flüchtlinge und Terroranschläge waren auch Themen beim Neujahrsempfang des Bezirks Kornelimünster/Walheim in der Aula des Inda-Gymnasiums. Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen erwähnte die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtbezirk, Verwaltung und Ehrenamtliche hätten ganze Arbeit geleistet: „Eine Mammutaufgabe wurde gemeistert.“ Dafür müsse man allen, die sich vorbildlich eingesetzt hätten, ein dickes Dankeschön sagen.

Der Terrorismus halte unsere Welt in Atem. „Hier ist unsere wehrhafte Demokratie gefordert, das Grundgesetz muss eingehalten werden. Wenn wir das beachten, haben linke und rechte Chaoten keinen Nährboden.“

Im Stadtbezirk sei im abgelaufenen Jahr die Bezuschussung für die Ortsvereine gut gelaufen. „Wir wollen auch in diesem Jahr wieder Hilfestellung geben“, sagte er. Ein Reizthema sei der Ausbau der B 258 im Bereich Oberforstbach/Lichtenbusch, gut gelaufen sei es mit dem Ausbau der Schleidener Straße.

Für die Vereine sprach Michael Hermanns (Geschäftsführer Grün-Weiß Lichtenbusch), er setzt auf eine großartige Zukunft und hofft, allen Veränderungen Schritt halten zu können.

Forst

Die Neujahrsempfänge der Interessengemeinschaft Forster Vereine sind alljährlich von einer festlichen Note geprägt. In diesem Jahr gab es dazu auch einen besonderen Grund, kann die IG doch 2016 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken. 18 Forster Vereine und Vereinigungen sind der IG angeschlossen. In seiner Begrüßungsansprache ließ der Vorsitzende Rudolf Moos die Chronik prägnant Revue passieren.

So hatte alles im März 1975 mit einem Aufruf in der Tagespresse begonnen und bereits im Juni hatte der engagierte Ratsherr Hermann Heitmann alle Vereine eingeladen, die die Ziele einer IG formulierten, die sie dann im Juli gründeten. Zwei Jahre später fand auch erstmals wieder eine Forster Kirmes statt, für die sich besonders Leo Schumacher eingesetzt hatte, die dann 13 Jahre lang veranstaltet und danach von Sommerfesten abgelöst wurde. „Die unter anderem geforderte Einrichtung einer eigenen Bezirksvertretung oder der Bau eines Bürgerhauses mit einem Versammlungsplatz konnten leider bisher nicht durchgesetzt werden“, bedauerte Rudolf Moos.

Bei den Forster Neujahrsempfängen wird seit 1996 auch jeweils an einen verdienten Bürger eine Leo-Schumacher Gedenkmedaille verliehen, gestiftet in Anerkennung des uneigennützigen und engagierten Wirkens von Schumacher. Bisher wurde diese Medaille 22 Mal verliehen, nicht jedoch in diesem Jahr. Diesmal wurde vielmehr dem Ehepaar Wilma und Johannes Schumacher für ihr überaus großzügiges, jahrzehntelanges Engagement gedankt. Als kleine Anerkennung überreichte ihnen der Vorsitzende ein Bild der Forster Linde, als Druck eines Linolschnittes.

Die Festansprache hielt die Landtagsabgeordnete Daniela Jansen, die dort seit 2012 auch Forst als Teil ihres Wahlkreises vertritt. Zum Thema Flüchtlingspolitik anerkannte sie die überdurchschnittlich hohe Hilfsbereitschaft der Bevölkerung: „Auch hier in Forst wird in der Flüchtlingshilfe hervorragende Arbeit geleistet. Das Engagement beispielsweise in der Körner-Kaserne ist beeindruckend. Die Hilfsbereitschaft reicht von der Essenausgabe bis zur Freizeitgestaltung oder Hilfe bei Amtsgängen und Arztbesuchen. Da können Sie wirklich stolz drauf sein“.

(der/mas/pla/tis/ps)
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