Aachen: Neues Lern-Lehr-Labor: Bio-Unterricht wird bald richtig spannend

Aachen: Neues Lern-Lehr-Labor: Bio-Unterricht wird bald richtig spannend

Den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und junge Menschen für ein Biologiestudium begeistern: Das sind zwei der Aufgaben, die das Lern-Lehr-Labor Melaten in Zukunft erfüllen soll. Die Bezirksregierung Detmold hat den Antrag auf Einrichtung eines solchen Labors jetzt genehmigt.

„Jetzt können wir anfangen, konkret zu planen“, sagt Dr. Karl Josef Strank, wissenschaftlicher Mitarbeiter der RWTH und Geschäftsführer Freundeskreis Botanischer Garten Aachen. RWTH und Freundeskreis nehmen das Projekt gemeinsam in Angriff. Während eines ersten Workshops setzten sich Wissenschaftler, Lehrer und Vertreter des Botanischen Gartens mit dem Thema auseinander.

„Wir wollen angehende Lehrer und Schüler möglichst früh zusammenbringen“, führt Strank aus. So sollen angehende Lehrer durch das Labor die Chance bekommen, gleich zu Beginn ihres Studiums neue Unterrichtsmethoden und Konzepte auszuprobieren und gleichzeitig zu überprüfen, ob das Lehramt die richtige Wahl ist. Und die Schüler sollen für ein Studium begeistert werden. Das kann nach Meinung der Planer vor allem dann gelingen, wenn die Arbeit im Labor mit Besuchen im Freien verknüpft wird.

Der Freundeskreis betreut seit Jahren schon den Karls- und Bauerngarten, die Obstwiese mit Versuchsteich sowie ein Arboretum auf Gut Melaten. Und die RWTH verfügt über eine Imkerei. Hier finden die Schüler ideale Voraussetzungen für Feldforschungen. „Die biologischen Themen entwickeln sich aus dem Beobachten und der genauen Wahrnehmung der Natur“, sagt er. Im Labor könnten die Schüler verschiedenen Fragestellungen wissenschaftlich auf den Grund gehen.

Der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis (SPD) verfolgt das Projekt als Mitbegründer des Freundeskreises seit seinen Anfängen. „Ich freue mich über den positiven Bescheid der Bezirksregierung“, sagt er. Ihm gefällt der wissenschaftliche Anspruch des geplanten Labors. Bei den Schülern Begeisterung für die Biologie zu wecken und Lehrern die Möglichkeit zu geben, über neue Formen des Unterrichts nachzudenken, sei der richtige Weg, um das Schulfach Biologie attraktiver zu machen.

„Zudem könnten Forschungsprojekte der RWTH schülergerecht aufbereitet und aktuellste Forschungsfragen behandelt werden“, ergänzt Prof. Johannes Bohrman aus der Zoologie der RWTH, und denkt dabei unter anderem auch an Forschungen zur Welternährung. Das neue Labor soll zunächst im Gebäude der Biologen am Worringer Weg angesiedelt werden. Auf lange Sicht wäre es nach Meinung aller Beteiligten schön, wenn es auf Gut Melaten unterkommen könnte: Denn dann könnten die Forschung draußen und die Arbeit im Labor ideal miteinander verknüpft werden.

Schulen sollen mit ins Boot

Nachdem RWTH und Freundeskreis Botanischer Garten nun die Finanzierungszusage in der Tasche haben, können sie sich in den nächsten drei Jahren in aller Ruhe mit dem Aufbau des Labors befassen. Die Meinung der Aachener Schulen ist ihnen dabei sehr wichtig. Deshalb wurden alle möglichen Partner jetzt zu einem ersten Workshop im Biologischen Institut auf dem Campus Melaten eingeladen. Solche Workshops sollen in Zukunft regelmäßig stattfinden. Auch wenn das Labor noch nicht steht, können Schulen bereits heute mit dem Freundeskreis Botanischer Garten kooperieren. „Das hat in der Vergangenheit schon sehr gut funktioniert“, erklärt Strank.

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