Aachen: Neues Columbarium: St. Donatus bleibt ein heiliger Ort

Aachen : Neues Columbarium: St. Donatus bleibt ein heiliger Ort

Fünf zylinderförmige Kapellen sind das Herz des neuen Columbariums St. Donatus in der Erlöserkirche in Brand. Und sogar schon bevor die Grabstätte am Sonntag von Weihbischof Dr. Johannes Bündgens feierlich eingesegnet wurde, hatten sich die ersten Interessenten für eine Urnenbestattung gemeldet. Rund 4000 Grabkammern stehen zur Verfügung.

Und laut Architekt Axel Birk freuen sich die Gemeindemitglieder von St. Donatus, dass ihre alte Erlöserkirche auf diese Weise ein heiliger Ort bleibt. Mit ihr bekommt Aachen neben St. Josef nun die zweite Grabeskirche.

Die fünf Kapellen sind alle unterschiedlich: In Richtung zur goldenen Wand im Hintergrund werden sie immer höher. Jede einzelne ist einem Heiligen gewidmet: Wendelin, Donatus, Maria, Katharina und Cornelius.

In der Marienkapelle stehen schon die aus den alten Kirchenbänken gefertigten Hocker bereit und in den Boden eingelassene Kerzenständer verbreiten ein festliches Ambiente. Noch sind all die vielen Kammern leer. Sind sie erst einmal mit Urnen bestückt, werden sie mit einer mit Blattgold beschichteten Platte verschlossen.Darauf steht dann der Name des Toten sowie der Geburts- und der Sterbetag.

Mehrere Grabkammern können zu einem Familiengrab verbunden werden. Und wer will, bekommt sogar die Möglichkeit, die Grabkammer mit einer Blume zu schmücken. Wer allerdings eine der hoch oben gelegenen Kammern gewählt hat, wird darauf verzichten müssen.

Für die Architekten Axel Birk und Elmar Paul Sommer war der Umbau eine wahre Herausforderung. „Der ganze Boden der Kirche musste raus“, erzählt Birk. Und darunter habe man neben Überresten einer alten Heizung die eine oder andere Überraschung gefunden. Lange haben sie am Computer über die beste Anordnung der einzelnen Kapellen nachgedacht.

Entstanden ist nun ein Raum, der durch seine ungewöhnlichen Formen beeindruckt. Die quadratische Grundstruktur kontrastiert mit den runden Kapellen. „Um sie zu bauen, mussten eigens entsprechende Steine angefertigt werden“, erzählen die Architekten. Mit viel Liebe zum Detail planten sie einen Ort, an dem Menschen ihre Trauer leben können. Eine Wasserfläche unterstützt den meditativen Gedanken. Und Wasser spiele in der Religion ja eine große Rolle, meint Sommer und verweist auf die Taufe.

Trauerfeiern kann man in den einzelnen Kapellen abhalten, oder auch in der Trauerkapelle. Das ist ein offener Raum mit rund gebogenen Bänken und einem kleinen Altar aus dem Material des Kirchenaltars. Rund 120 Gäste finden hier Platz. Auch die alte Kirchenorgel wird hier bald stehen. Alles in allem erinnert nur noch wenig an die ehemalige Ausstattung der Erlöserkirche. Im Rahmen des Umbaus wurden auch endlich die bunten Kirchenfenster eingesetzt, die zwar schon lange geplant waren, die aber aus Kostengründen nie realisiert wurden.

Christliche Form

Die Preise für die einzelnen Grabkammern sind je nach Lage unterschiedlich. Die günstigste Variante ist laut Katharina von Gallwitz, Leiterin des Columbariums, eine Grabkammer im Urnenschrank, der auf der Empore errichtet wurde. Der Schrank wird allerdings für die Besucher nicht zugänglich sein. Auf einer schwarzen Tafel gleich neben der Wendeltreppe werden die Namen der Toten stehen, die dort bestattet wurden. Anonyme Bestattungen wolle man im Columbarium nicht, betont von Gallwitz ganz ausdrücklich.

In einem angrenzendem Büro wird sie die Angehörigen in Zukunft beraten. „Bestattet werden kann hier jeder, der mit der Beisetzung in christlicher Form einverstanden ist“, sagt sie. Und die Gemeindereferentin Nicola Terappen steht für alle seelsorgerischen Fragen der Trauernden bereit.