Neues Aachener Musikensemble spielt zur Pogromnacht

Gedenken an die Reichspogromnacht : Musik, die nie erklingen sollte

Das Neue Aachener Musik Ensemble würdigt großartige jüdische Komponisten: Im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht spielt die mit hochkarätigen Aachener Musikern besetzte Truppe am 28. Oktober im Alten Kurhaus an der Komphausbadstraße.

Aus der Sicht eines Kindes beschreibt Mona Golabek in ihrer Autobiographie „Die Pianistin von Wien“ die Ereignisse der Pogromnacht. Noch bevor die offene Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung nach der „Kristallnacht“ am 9. November 1938 legitimiert wurde, wurden jüdische Bürger verschiedenen Schikanen ausgesetzt. Der jungen Pianistin wurde der Klavierunterricht verwehrt, obwohl sie zu den begabtesten Schülern gehörte. Aber es traf auch etablierte musikalische Persönlichkeiten, denen leitende Funktionen entzogen und deren Werke verboten wurden.

Das Neue Musik Ensemble Aachen widmet sich ihrem beachtlichen Nachlass nun anlässlich des 80. Jahrestags der Reichspogromnacht unter dem Motto „Musik, die nie wieder erklingen sollte“. Das Konzert findet am Sonntag, 28. Oktober, um 19 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses an der Komphausbadstraße statt.

Komponisten wie Samuel Adler und Ursula Mamlok mussten ihre Heimat verlassen. Andere wie Viktor Ullmann und Gideon Klein wurden in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Zikmund Schul starb in Theresienstadt in Folge einer Tuberkulose. Jozef Koffler wurde nach Auflösung des Ghetto in Wieliczka mit der ganzen Familie erschossen. Rosy Wertheim musste sich lange Zeit aufgrund ihrer jüdischer Herkunft verstecken. Sie hat den Krieg schwer traumatisiert überlebt und starb vier Jahre nach dem Kriegsende.

Alle diese Komponisten haben Musik mit Blick in die Zukunft und auf höchstem Niveau geschaffen. Einige von Ihnen konnten nur ein großes musikalischen Versprechen hinterlassen und wurden in ihrer fruchtbaren Schaffensphase zum Schweigen gebracht, andere bekamen die Chance, nach ihren traumatischen Erlebnissen weiter zu komponieren.

In diesem besonderen Konzert stellt das Neue Musik Ensemble Aachen die Kompositionen vor, die nie entstehen sollten oder zum Vergessen verurteilt wurden. Diese werden begleitet von Texten,, die schildern, unter welchen Umständen damals komponiert und musiziert wurde .Texte, die uns diese Menschen und ihr Schaffen näher bringen.

Karten gibt es beim Kundenservice Medienhaus Aachen am Elisenbrunnen und an der Abendkasse (15, ermäßigt 10 Euro). Weitere Infos unter: www.gzm-aachen.de

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