Aachen: Neuer Wirbel um die Kaiserplatz-Galerie

Aachen: Neuer Wirbel um die Kaiserplatz-Galerie

Neuer Wirbel um die Kaiserplatz-Galerie: Die Initiative „Kaiserplatz-Galerie - aber anders” um den UWG-OB-Kandidaten Horst Schnitzler behauptete am Mittwoch in einem Pressegespräch, Oberbürgermeister Jürgen Linden habe in der Ratssitzung vom 18. Februar die Unwahrheit gesagt, als er unter anderem das Münchner Geldinstitut Real IS AG als einen Financier des Einkaufsparadieses nannte.

Zwischenzeitlich hatte nämlich die Real IS (Gesellschaft für Immobilien Assetmanagement) den Kämpfern für eine abgespeckte Version des Konsumtempels schriftlich mitgeteilt, dass sie nicht als „Finanziererin” der Kaiserplatz-Galerie auftrete.

„Ich glaube kaum, dass die Real IS das nur so sagt”, sagten Schnitzler und seine Freunde, noch etwas an den Plänen des Großprojekts (knapp 230 Millionen Euro) ändern zu können.

Jürgen Linden aber wies jeglichen Vorwurf im Gespräch mit den „Nachrichten” und auch später in der Ratssitzung zurück. „In einem Aktenvermerk vom 17. Februar haben wir festgehalten, dass die Real IS 23 Millionen Euro für das Projekt bereithält.”

In einem vertraulichen Schreiben zwischen Professor Hans Kahlen, dem Investor und Planer des Millionenprojektes und dem bayerischen Institut, das den „Nachrichten” vorliegt, wird dieser Sachverhalt bestätigt.

Damit scheinen die Vorwürfe an Oberbürgermeister Jürgen Linden nicht haltbar, der bemerkte: „Wir prüfen auf das Genaueste, müssen aber auch den Informationen, die uns gegeben werden, vertrauen.”

Johannes Büchelmeyer von der Münchner Firma teilte mit, dass bis zum vergangenen Frühjahr das Geld bereitgestanden habe, „wir haben unser Engagement für die Kaiserplatz-Galerie im Frühsommer auf Eis gelegt”.

Das heiße aber nicht, dass die Real IS nicht jederzeit wieder einsteigen könne. „Wenn die Angelegenheit reif ist, warum denn nicht”, so Büchelmeyer.

Alles in Ordnung

Kahlen vermutete, dass sich die genannte Firma als hundertprozentige Tochter der Bayerischen Landesbank im einer verordneten Neuorientierungphase befinde. Schließlich sei die Mutter durch die globale Finanzkrise in Schieflage geraten, „da müssen die neu ordnen”, erklärte er den zwischenzeitlichen Ausstieg der Real IS.

„Wir arbeiten erfolgreich”, sagte er. Er habe andere Finanzierer, das Projekt Kaiserplatz-Galerie wachse und gedeihe. „Auch mit der Vermietung ist alles in Ordnung”, deshalb sei die Finanzierung des Millionenprojekts gesichert.