Neuer Warnstreik in Aachen: Kitas und Aseag-Busfahrten betroffen

Aachen : Wieder Warnstreik: Viele Kitas sind zu, viele Aseag-Busse bleiben im Depot

Der Streik im öffentlichen Dienst geht in die nächste Runde. Weil nach Angaben von Verdi immer noch gar kein Angebot der Arbeitgeberseite vorliegt, ruft die Gewerkschaft für Dienstag, 10. April, zum zweiten ganztätigen Warnstreik auf. Diesmal wird aber nicht in Aachen demonstriert, sondern die Streikenden reisen gemeinsam nach Köln.

„Wir werden ab 8 Uhr morgens in Aachen losfahren“, sagt Mathias Dopatka, der für Gemeinden zuständige Gewerkschaftssekretär der Verdi. Weitere Sammelpunkte für Teilnehmer des Protests am Rhein sollen in anderen Kommunen der Städteregion eingerichtet werden. Dopatka rechnet damit, dass sich mindestens genauso viele Kollegen wie im März an dem Streik beteiligen.

Im März waren in Aachen mehr als 2000 Menschen von Verdi auf die Straße gegangen. „Erfahrungsgemäß fahren aber nicht alle von uns nach Köln“, sagt er. Auch wenn die Protestaktionen der Gewerkschaft nicht in Aachen stattfinden, so wird der Warnstreik auch diesmal für die Bürger zu spüren sein: „Ich denke, dass die Auswirkungen ähnlich sein werden wie beim letzten Streik“, sagt Dopakta.

Das bedeutet: geschlossene Kindertagesstätten, Ausfälle im Busverkehr der Aseag und Mülltonnen, die nicht geleert werden. Auch dass Schwimmbäder geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sind, hält der Gewerkschaftssekretär für möglich. Die letzten Planungen laufen derzeit noch.

Auch die Komba streikt

Auch die Gewerkschaft Komba wird in der kommenden Woche wieder die Arbeit niederlegen. Informationen unserer Zeitung nach plant die Komba, am Mittwoch in den Warnstreik zu treten. Aachen wäre damit an zwei Tagen hintereinander von dem Arbeitskampf im öffentlichen Dienst betroffen.

Unterdessen hatten die Müllwerker am Donnerstag alle Hände voll zu tun, denn der Stadtbetrieb musste die Hinterlassenschaften des Streiktags im März beseitigen. Weil damals der Müll nicht abgefahren worden war, hatten die Anwohner in den betroffenen Bezirken ausnahmsweise die Möglichkeit, zur nächsten turnusmäßigen Leerung ihren Restmüll auch in Tüten und Kartons an die Straße zu stellen. Die Folge: übervolle Tonnen und große Mengen Müll am Straßenrand, zum Beispiel in der Bismarckstraße oder in der Viktoriastraße.

„Das waren schon riesige Mengen, die dort an einem Tag abgeholt wurden“, bilanzierte nachmittags Annika Huppertz, Bereichsleiterin Entsorgungssysteme beim Stadtbetrieb. „In vielen Fällen stand am Donnerstag die die doppelte Menge am Straßenrand.“

(slg)