Aachen/Naumburg: Neuer Vorsitz bei Aachen-Naumburg: Kontakte sollen nicht abreißen

Aachen/Naumburg : Neuer Vorsitz bei Aachen-Naumburg: Kontakte sollen nicht abreißen

„Für mich war es eine Art Jungfernfahrt, und ich freue mich, dass wir gemeinsam eine so tolle Zeit in Naumburg verbracht haben. Die vielen Eindrücke klingen sicher noch lange nach“, sagt Stefanie Luczak. Sie ist die neue Vorsitzende beim Bürgerkomitee Aachen-Naumburg, dem „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg“.

Mit rund 70 Bürgern beteiligte sie sich jetzt an einer Begegnungsfahrt nach Naumburg anlässlich des dortigen Kirschfestes. Zu ihrem Amt kam die engagierte Aachenerin und ehemalige Schulleiterin des Stolberger Goethe-Gymnasiums über einen Kontakt ihres Ehemannes Jochen. Er hatte anlässlich des Silberjubiläums der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg mit dem Naumburger Marathonläufer Christoph Franzke die Idee, die Verbindung der beiden Städte durch einen gemeinsamen Lauf von Aachen nach Naumburg über 540 Kilometer innerhalb von 48 Stunden zu verdeutlichen.

Am 21. August 2013 startete der Lauf mit zwölf Teilnehmern. Kurz darauf fuhr Stefanie Luczak mit einer Delegation zu den Feierlichkeiten des Silberjubiläums nach Naumburg. „Dort konnten wir am Nachmittag die eintreffenden Läufer gemeinsam begrüßen. Das war mein erster Besuch in Naumburg.“ Beeindruckt von der Herzlichkeit der Naumburger, der Ausstrahlung der Stadt und der Schönheit der Umgebung, beschloss sie, Mitglied im Partnerschaftskomitee zu werden. Im November 2013 wurde sie bei der Jahreshauptversammlung zunächst als Beisitzerin in den Vorstand gewählt. Nun wurde sie einstimmig zur Nachfolgerin des langjährigen Vorsitzenden Rolf Igel gewählt, der nicht erneut antreten wollte.

Reger Austausch

„Das Besondere dieser Städtepartnerschaft ist, dass sie Deutsch - Deutsch ist“, sagt Luczak, die eine gebürtige Leipzigerin ist und noch viele Verwandte dort hat. „Es gibt insgesamt nur wenige solcher Partnerschaften. Es ist auch besonders, dass sie bereits vor der Wiedervereinigung begründet wurde“, meint sie. Durch vielfältige Kontakte über Schulen, Hochschule, Kirchen oder Sportvereine seien die beiden Städte in den letzten Jahrzehnten immer stärker zusammengewachsen. Es gebe auf vielen Gebieten einen regen Austausch, aber auch gewachsene Freundschaften — zum Teil schon in der dritten Generation.

„Das führt zu einem vertieften Verständnis für die jeweiligen Lebensbedingungen, zu einer unbedingt notwendigen Annäherung von Ost und West, um die Reste der Mauer in den Köpfen endgültig abzutragen“, betont die Vorsitzende. Das Gewachsene müsse jedenfalls unbedingt erhalten werden, wünscht sie sich für die Zukunft.

Teilnahme an der Chorbiennale

„Die Naumburger sind immer wieder begeistert, wie viele Menschen nach Naumburg kommen“, sagt Stefanie Luczak. Der gegenseitige Austausch sollte weiter vertieft und auf andere Bereiche ausgedehnt werden, sagt sie. „Eine Idee wäre die Teilnahme von Naumburger Chören am Konzertmarathon in der langen Chornacht während der Chorbiennale. Wünschenswert wäre auch, wenn sich mehr Jugendliche am Austausch beteiligen würden.“

Berufsschüler aus Naumburg, die im April in Aachen zu Gast waren, seien von ihrem Aufenthalt begeistert gewesen und wollen gerne wiederkommen. „Das ist ein guter Anfang. Ein weiterer Wunsch ist, dass die Naumburger statt im Januar im Sommer nach Aachen kommen, um die Stadt auch mal sonnig und heiter zu erleben“, findet Luczak. Eine erste Gelegenheit hierfür soll es beim Wiedersehen zum Aachener Städtepartnerschaftsfest im Rathaus am 4. September geben.

(krü)
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