Aachen: Neuer Schwung für das Schülercafé

Aachen: Neuer Schwung für das Schülercafé

Das Ambiente wird aufgepeppt, das Kulturprogramm ausgeweitet, die Öffnungszeiten werden attraktiver: Mit diesen Maßnahmen soll das Schülercaf im Aachen-Fenster als Anlaufstelle für junge Leute mitten in der City erhalten bleiben und neue Gäste gewinnen. Die städtischen Jugendpolitiker werden am heutigen Donnerstag die Weichen stellen.

„Wir sind sehr froh darüber”, betont Carsten Brehm, pädagogischer Leiter des Philipp-Neri-Hauses. Unter den bisherigen Bedingungen nämlich sei die Jugendarbeit im Schülercafé immer schwieriger geworden. Sogar eine Schließung des Jugendtreffs wurde zwischenzeitlich nicht mehr ausgeschlossen. Da hatte es fast schon Symbolcharakter, dass die Eingangstür zum Haus an der Buchkremerstraße über Monate kaputt war - „keine offene Tür, sondern eine geschlossene Tür”, fasst Brehm zusammen.

Das Medien- und Kulturzentrum Philipp-Neri-Haus (Katholischer Kirchengemeindeverband Aachen-Nordwest) hat 2005 die Trägerschaft des Schülercafés übernommen. Der Treff wird mit pädagogischem Personal als nichtkommerzielle Anlaufstelle geführt. Junge Leute können hier in Freistunden oder nach der Schule Zeit verbringen. „Aber seit fast drei Jahren kämpfen wir um Veränderungen”, berichtet Brehm.

Drei Punkte stehen im Kern auf der Wunschliste des Trägers und der pädagogischen Leitung: Die erlaubte Höchstzahl an Besuchern soll deutlich erhöht werden. Das Erdgeschoss soll endlich möbliert werden (bisher ist parterre offiziell nur eine Ausstellungsfläche ausgewiesen). Und die Öffnungszeiten sollen ausgeweitet werden. Diesen Wünschen werden Politik und Verwaltung heute wohl entsprechen.

Bisher 99 Gäste erlaubt

Eine maximale Besucherzahl von 99 Gästen sei schon längst nicht mehr praktikabel, erläutert Carsten Brehm. Immerhin sei das Schülercafé gefragter Treffpunkt für Theater, Partys, Konzerte, Wettbewerbe für Schülerbands oder auch angesagte Events wie „Public Viewing”. Solche Sonderveranstaltungen sind bis jetzt nur mit einem Kunstgriff möglich, berichtet Brehm: „Wir müssen jedes Mal einen Bauantrag stellen, dann dürfen wir 199 Personen einlassen. Und das kostet jedes Mal auch noch 140 Euro.”

Mit einer Nutzungsänderung soll die erlaubte Besucherzahl nun auf 240 Personen erhöht werden. Mehr Gäste sind allerdings auch künftig auf keinen Fall erlaubt, denn sonst müsste in den Räumen eine neue - teure - Lüftungsanlage eingebaut werden.

Die Möblierung des Erdgeschosses sei wichtig, um die Einrichtung einladender zu gestalten, erklärt Brehm. „Unten sah es oft aus wie in einer Bahnhofshalle.”

Mit den neuen Öffnungszeiten wiederum will man auf veränderte Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. Viele Schüler an weiterführenden Schulen haben heute oft bis in den Nachmittag hinein Unterricht. Deshalb soll das Café künftig bis 18.30 Uhr offen zu halten.

Mit neuen Rahmenbedingungen könne das Angebot an Jugendkultur ausgeweitet werden, ist Carsten Brehm optimistisch. „Damit können wir anfangen, wieder Aufbauarbeit zu leisten.” Und auch das Team von Ehrenamtlern im Schülercafé könnte mit neuem Schwung daran gehen, Veranstaltungen zu entwickeln. Die Rückendeckung von Politik und Verwaltung sei ein wichtiges Signal fürs Schülercafé, bilanziert Carsten Brehm. „Und es ist ein Stück Wertschätzung für die Jugend.”

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