Aachen: Neuer Halt fürs Fernbusnetz gesucht

Aachen: Neuer Halt fürs Fernbusnetz gesucht

Die schwarz-grüne Ratsmehrheit drängt auf eine möglichst schnelle Lösung, Aachen auch ans innerdeutsche Fernbusnetz anzubinden. Dafür soll nun umgehend ein geeigneter Standort für eine Fernbushaltestelle gefunden werden.

Wie in der vergangenen Woche bereits berichtet, kommt die bislang für internationale Fernbusse eingerichtete Haltestelle am Friedhof Hüls aus Sicht der nationalen Anbieter nicht in Betracht. Der Halt sei zu weit vom Stadtzentrum entfernt, die Anbindung an Anschlussbusse und -bahnen sei schlecht und die Umgebung unattraktiv, argumentieren sie.

Ab Friedhof Hüls werden bislang vorwiegend Ziele in Osteuropa angesteuert. Die Interessenten, die nun auch Linienverbindungen von Aachen nach München und Berlin einrichten wollen, haben hingegen auf eine Haltestelle am Hauptbahnhof gehofft. Da der Platz dort jedoch für die städtischen Linien benötigt werde — für das Ein- und Aussteigen samt Gepäckverladung wird im Fernverkehr ein Aufenthalt von gut 15 Minuten einkalkuliert — hat die Verwaltung dies abgelehnt. Daraufhin haben die Fernbus-Anbieter ihre Anträge wieder zurückgezogen.

Die Verwaltung selbst sieht Handlungsbedarf und hat das Thema auf die Tagesordnung im Mobilitätsausschuss am morgigen Donnerstag gebracht. CDU und Grüne begrüßen es, dass nun zügig alternative Haltestellen geprüft werden sollen, an denen auch eine gewisse Infrastruktur geschaffen werden muss.

„Fernbushaltestellen sollten bestimmte Qualitätsstandards einhalten. Wichtig ist eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, sowie das Vorhandensein von sanitären Einrichtungen. Auch die Nähe zur Hochschule wäre von Vorteil“, meint Gaby Breuer, verkehrspolitische Sprecherin der CDU.

Aus Sicht von Schwarz-Grün könnten sich als mögliche Standorte der Bendplatz, das Tivoli-Umfeld, der Bushof, der Blücherplatz oder auch das Gelände am Viadukt Kurbrunnenstraße eignen. All dies müsse — samt der fälligen Umbaukosten — zügig geprüft werden.

Preiswerte Alternative

Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses (Grüne), sagt: „Wir wollen, dass Aachen jetzt schnell an das nationale Fernbusnetz angeschlossen wird. Fernbusse stellen für viele Menschen eine sinnvolle Alternative dar.“ Zwar müsse die Bahn für Langstrecken vor allem aus Umweltgesichtspunkten das bevorzugte Verkehrsmittel sein, aber insbesondere für den kleinen Geldbeutel, etwa für Studenten, seien die Angebote der Bahn oft zu teuer, so Jahn.

Kritisch hat sich inzwischen auch Rolf Einmahl für die Mittelstandsvereinigung der CDU in die Diskussion eingeschaltet, der der Verwaltung bei der bisherigen Suche nach einer Fernbus-Haltestelle gar „Verweigerungshaltung“ vorwirft. „Die Stadtverwaltung wird sicher in der Lage sein, wenn sie ihre Fantasie ebenso anstrengt wie bei den Ersatzhaltestellen für die Kaiserplatz-Galerie, eine vernünftige Lösung im Bereich des Bahnhofs zu schaffen“, meint er. Da Fernbusliniennnutzer „potenzielle Touristen“ sind, die in Aachen Geld lassen, sei dies für das örtliche Hotel- und Gaststättengewerbe und den Einzelhandel „dringend geboten“.