Aachen: Neuer Bischof: Bad in der Menge ist nicht vorgesehen

Aachen : Neuer Bischof: Bad in der Menge ist nicht vorgesehen

So eine Bischofseinführung erlebt selbst der altehrwürdige Aachener Dom nicht alle Tage — die bislang letzte hat es am Samstag vor exakt 7917 Tagen bei der Amtseinführung von Heinrich Mussinghoff im Februar 1995 gegeben.

Die nächste gibt es in genau vier Wochen, wenn Helmut Dieser am Samstag, 12. November, als Mussinghoffs Nachfolger siebter Bischof von Aachen wird. Die Vorbereitungen zu diesem Festakt im Aachener Dom laufen im Bischöflichen Generalvikariat in diesen Tagen auf den vielzitierten Hochtouren.

So viel steht immerhin schon fest: Die Amtseinführung übernimmt ab 9.30 Uhr der Metropolit der Kölner Kirchenprovinz und Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki. Sein baldiger Kollege Helmut Dieser macht es ihm dabei einigermaßen einfach, schließlich hat der 54-Jährige als Weihbischof von Trier die Bischofsweihe bereits erhalten.

„Daher entfällt die eigentliche Weihe“, betont Stefan Wieland, das mache die ganze Sache am frühen Samstagmorgen — nur wenige Stunden nach dem Karnevalsauftakt — etwas flotter. Aber rund zwei Stunden werde das Pontifikalamt im Dom immer noch dauern, schätzt der Sprecher des Bistums Aachen.

Entscheidend während dieser Feier, erläutert Wieland die Zeremonie, werde ein ganz bestimmter Zeitpunkt sein: „Erzbischof Woelki wird den neuen Bischof zur Cathedra (lat. für Bischofsstuhl, Anm. d. Red.) führen. Und in dem Augenblick, wenn sich Helmut Dieser hinsetzt, ist er Bischof von Aachen“, sagt Wieland.

Mehr als 1000 Gäste im Dom

Dabei werden Woelki und Dieser von mehr als 1000 Augenpaaren im Aachener Dom beobachtet. Darunter sind natürlich auch die der Zelebranten zu denen unter anderen der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterovi, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx und der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann gehören. Aber auch zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland werden erwartet, darunter auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Allein, Otto Normalgläubige werden im Dom keinen Platz finden. „Wegen des begrenzten Platzes und aufgrund hoher Sicherheitsbestimmungen können im Dom nur geladene Gäste mit Einlasskarte den Gottesdienst mitfeiern“, bittet Stefan Wieland um Verständnis. Deshalb werde die Kirche St. Foillan geöffnet, wo alle interessierten Gläubigen das Pontifikalamt aus dem Dom — geistlich begleitet von Pfarrer Claus Wolf — per Videoleinwand mitverfolgen können.

Die Möglichkeiten fürs Öcher Volk, ihrem neuen Oberhirten persönlich zu gratulieren, werden am 12. November allerdings gering sein. Denn auch der rund einstündige Empfang im Krönungssaal des Rathauses im Anschluss an die Feier im Dom ist „dem neuen Bischof und seinen Gästen“ vorbehalten, so Wieland.

Eng gestrickter Zeitplan

Als sich Helmut Dieser Ende September erstmals persönlich in Aachen vorstellte, hatte sich das noch anders angehört. „Ein Samstagmorgen, das passt doch ganz gut“, sagte er damals zum Termin seiner Amtseinführung, „dann bleibt uns noch genug Tageslicht, um gemeinsam zu feiern.“ Bistumssprecher Stefan Wieland schätzt das als schwierig ein.

„Der Zeitplan an diesem Tag ist sehr eng gestrickt“, sagt er. Nach dem Empfang im Rathaus werde sich der Bischof mit seiner Familie zunächst einmal zurückziehen, so Wieland. Vielleicht bestehe die Möglichkeit, einen Blick auf den frischgebackenen Aachener Bischof zu erhaschen, wenn er nach der Feier im Dom zu Fuß zum Rathaus geht. Doch als große Prozession sei dieser kleine Transfer nicht geplant, schränkt der Sprecher des Bistums ein.

Immerhin: Noch ist nicht alles komplett durchgeplant. Vieles werde auch noch mit Helmut Dieser abgesprochen, kündigt Stefan Wieland an, von der Liedauswahl im Dom bis zum Mittagessen. Und vielleicht ergebe sich ja auch am Nachmittag noch eine Gelegenheit für ein Bad in der Menge.

Bis zum 12. November gibt´s noch viel zu tun.

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