Aachen: Neuen „Green Spot“ im Aachener Norden mit Boule eingeweiht

Aachen : Neuen „Green Spot“ im Aachener Norden mit Boule eingeweiht

Sinnespfad, Boulebahn und Baumallee: Aus einem vormals tristen Fußweg ist in den vergangenen Jahren im Bereich der Feldstraße und Professor-Wieler-Straße eine grüne Wohlfühloase im Aachener Norden entstanden — ein sogenannter „Green Spot“.

Unter dem Motto „All eyes on Green Spots“ sind seit Herbst 2015 insgesamt 35 kleinere und größere grüne Erlebnis- und Aufenthaltsräume im öffentlichen Raum entstanden. Hochbeete, Sitzgelegenheiten, kleinere Gärten — zum Wohlfühlen, Sporttreiben und Entspannen. Dabei könnte man das sichtbare Ergebnis eigentlich fast schon als Nebenprodukt einer besonderen Initiative bezeichnen, denn dahinter steckt viel mehr, als man sehen kann.

BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) ist ein Partnerprogramm von „Soziale Stadt“, gefördert aus Bundes- und ESF-Mitteln. Mit dem Sozialwerk Aachener Christen (SAC) und der gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbH „low-tec“ werden langzeitarbeitslose Menschen ab 27 Jahren sowie Menschen mit Flüchtlingshintergrund, die bislang nur einen beschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt haben, unterstützt und gefördert. Durch solche Projekte wie den „Green Spots“ sollen ihnen berufliche Perspektiven aufgezeigt werden. Sie bekommen Einblicke in handwerkliche Tätigkeitsfelder und erhalten eine völlig neue Wertschätzung, indem sie unter professioneller Anleitung im öffentlichen Raum aktiv werden.

Dieses Konzept komme nicht nur dem Stadtentwicklungskonzept „Spiel, Sport, Bewegung“ zugute: „Wir sind immer ins Umfeld gegangen, haben Gespräche geführt und gefragt, was die Wünsche sind“, erklärte Sabine Will, Projektleiterin von BIWAQ. Denn die „Green Spots“ entstünden in Zusammenarbeit mit den Bürgern für die Bürger.

Zusammen mit der benachbarten Kita St. Martin wurde an der Feldstraße ein haptischer Sinnespfad gebaut, den die Kinder selbst mit Mosaik-Steinchen verzieren konnten. Eine anliegende Firma hat sich eine Boule-Fläche gewünscht, die ebenfalls umgesetzt wurde — und mit dem angrenzenden Tanzsportclub wurden Paten gefunden, die sich um die Bewässerung der Bäume kümmern. Die elf Hainbuchen leisten einen Beitrag zum „10 000 Bäume-Programm“ des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen.

Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt freute sich sehr über das gelungene Resultat: „Ich hoffe, dass dieser Raum intensiv genutzt wird, beziehungsweise: Ich bin schon jetzt davon überzeugt“, sagte sie — und probierte nach der feierlichen Eröffnung gemeinsam mit den Kindern den Sinnespfad aus. Conradt wünscht sich, dass dieses Beispiel auch in anderen Stadtteilen aufgegriffen wird.

Das Projekt BIWAQ endet im Dezember, wird allerdings im anderen Bereichen weitergeführt. „Wir wollen die langzeitarbeitslosen Menschen auf die Digitalisierung in der Arbeitswelt vorbereiten“, so „low-tec“-Projektleiter Michael Omsels, der die Betroffenen gerne bei Bewerbungen unterstützt. „Wir haben eine Vermittlungsquote von 40 Prozent, das ist unglaublich hoch“, freute er sich über den gleich doppelten Erfolg des Projekts.

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